Aralsee-Glossar

Absorption

Von lat.: absorbere, absorptum = hinunterschlürfen, schlucken; mit Absorption bezeichnet man den Vorgang, bei dem die auf ein Medium (Gas, Festkörper) einfallende Strahlung von diesem zurückgehalten (geschwächt) und in Wärme oder eine andere Energieform umgewandelt wird.

Adhäsion

Anziehungskräfte zwischen Molekülen verschiedener Stoffe. Bei benetzenden Flüssigkeiten übersteigt die Adhäsion zwischen den Flüssigkeitsmolekülen (z.B. Wasser) und den Feststoffmolekülen (z.B. Bodenpartikel) die Kohäsionskräfte zwischen den Flüssigkeitsmolekülen. Dies bedingt das Phänomen der Kapillarität .

adiabatisch

Als adiabatisch bezeichnet man in der Meteorologie mit vertikalen Bewegungen verbundene Prozesse der Atmosphäre, bei denen sich in einem als isoliert angenommenen Luftpaket physikalische Eigenschaften, wie z.B. Temperatur, Druck, Dichte oder Feuchtigkeit ändern, ohne dass zwischen dem Luftpaket und der Umgebungsluft oder der Erdoberfläche ein Wärmeaustausch stattfindet. Adiabatische Prozesse treten bei vertikalen Luftbewegungen während Konvektion, Gebirgsüberströmungen oder Gleitvorgängen im Bereich von Fronten auf. Der adiabatische Temperaturgradient lässt sich über die Adiabatengleichung bestimmen. Solange die Luft nicht wasserdampfgesättigt ist, d.h. die Luftfeuchtigkeit nicht kondensiert, folgt die vertikale Temperaturänderung des Luftpaketes der Funktion des trockenadiabatischen Temperaturgradienten (0,98 K/100m). Oberhalb des Kondensationsniveaus wird durch Feuchtekondensation latente Wärme in sensible Wärme überführt, die den adiabatischen Temperaturgradienten herabsetzt. Dieser feuchtadiabatische Temperaturgradient liegt im Atmosphärenstockwerk mit den häufigsten Kondensationsvorgängen (1.000-5.000 m) bei 0,5-0,7 K/100 m.

Adhäsionswasser

Syn. Benetzungswasser; feste Bodenteilchen weisen an ihren Oberflächen vielfach nicht abgesättigte elektrische Ladungen auf, was zur Anlagerung von Wasser (Dipol) aufgrund der Adhäsion führt.

Adsorptionswasser

Summe aus Adhäsionswasser (= an festen Bodenteilchen haftend) und Hydratationswasser (= Hydrathüllen der an feste Bodenpartikel adsorbierten Kationen). Die Menge des Adsorptionswassers steigt mit der Luftfeuchte, mit abnehmender Korngröße und zunehmender spezifischer Oberfläche. Da es außerordentlich stark gebunden ist (bis 3 · 107 hPa), umgibt es die Bodenpartikel in einer dünnen Lage von nur wenigen mm Dicke. Zusammen mit dem in den Kapillaren (bzw. Poren) entgegen der Schwerkraft im Boden festgehaltenen Kapillarwasser bildet das Adsorptionswasser das sog. Haftwasser.

Albedo

Von lat.: weiße Farbe; die Albedo ist das Rückstrahlungsvermögen von nicht selbstleuchtenden, diffus reflektierenden (also nicht spiegelnden Oberflächen). In der Meteorologie ist sie das Verhältnis zwischen reflektierter und einfallender Sonnenstrahlung. Die Albedo ist stark von der Art und Beschaffenheit der bestrahlten Fläche abhängig und für die verschiedenen Spektralbereiche unterschiedlich groß. Reflexions- und Absorptionsvermögen ergänzen sich: Eine Oberfläche mit großer Albedo besitzt ein kleines Absorptionsvermögen und umgekehrt, je dunkler eine bestrahlte Oberfläche ist, desto kleiner ist ihre Albedo; feuchte Oberflächen haben eine geringere Albedo als trockene. Die Albedo von Land- und Wasserflächen ist ferner abhängig vom Sonnenstand, von der atmosphärischen Trübung, vom Wasserdampfgehalt und von der Bewölkung.

Als Erdalbedo bezeichnet man das gesamte Reflexionsvermögen der Erde (einschließlich Atmosphäre und Bewölkung); ihr Jahresmittel beträgt etwa 30%. Die Albedo spielt eine entscheidende Rolle bei der Strahlungsbilanz.

Amu-Darja

Auch Amudarja, im Altertum Oxus genannt, russisch Amudarjia; turkmenisch Amuderya; usbekisch Amudaryo; tadschikisch Daryoi Amu; großer Fluss in Mittelasien, der auf dem Pamirplateau entspringt.
Er entsteht durch den Zusammenfluss von Wachsch und Pjansch (auch Pjandsh), die beide im Pamir entspringen, und hat eine Länge von 1.445 Kilometern. Zusammen mit dem Pjansch ist er etwa 2.540 Kilometer lang. Sein Einzugsgebiet umfasst ca. 309.000 km2. Der Hauptteil des Wassers stammt aus der Schmelze der Gletscher sowie des Schnees, der im Herbst in den niedrigen Höhenlagen seines Einzugsgebietes fällt und von da an auch schmilzt.
Bei der Entstehung fließt er zunächst nach Nordwesten, wobei er die Grenze zwischen Tadschikistan und Afghanistan bildet, danach zwischen den Wüsten Karakum in Turkmenistan und Qyzylqum in Usbekistan nach Nordwesten ebenfalls teilweise als Grenzfluss und anschließend bei Nukus in Usbekistan nach Norden in den Aralsee .
Der Unterlauf des Amu-Darja bildete früher ein riesiges Delta, das eine üppige Vegetation aufwies. Der größte Teil dieses Deltas ist jedoch inzwischen aufgrund der verringerten Wasserführung des Flusses verlandet. Seit den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde sehr viel Wasser für landwirtschaftliche Bewässerungszwecke überwiegend für den Anbau von Baumwolle??? abgeleitet. Seit den achtziger Jahren gab es daher mehrere Jahre, in denen der Aralsee aus dem Amu-Darja nur sehr wenig oder gar kein Wasser erhielt. Deshalb sowie aufgrund der Tatsache, dass sich auch der Wasserzufluss des Syr-Darja in den Aralsee in den letzten Jahrzehnten drastisch verringerte, hat die gesamte Wassermenge des Aralsees seit 1960 um etwa 70 Prozent abgenommen. Seit einigen Jahren ist der See aufgrund des Wasserverlustes in zwei kleinere Becken gegliedert.

Gewässernetz im Bewässerungsgebiet des Amu Darja-Unterlaufs

Der größte Wasserverlust des Amu-Darja erfolgt durch die Ableitung des Karakum-Kanals in Turkmenistan, der Wasser in die Karakum-Wüste ableitet; er ist der längste Kanal der ehemaligen Sowjetunion. Die verringerte Wasserführung hat dadurch auch die Schifffahrt auf dem Amu-Darja, der einst in bescheidenem Umfang von Schiffen mit geringem Tiefgang auf fast der Hälfte seiner Länge befahren werden konnte, stark eingeschränkt.
Im Laufe der Jahrhunderte hat der Fluss seinen Lauf mehrmals verändert. Im 3. und 4. Jahrtausend v. Chr. floss der Amu-Darja von der Oase Khoresm nach Westen in den Sarikamischsee und von dort aus in das Kaspische Meer. Vom 17. Jahrhundert an bis in die achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts hinein mündete er jedoch in den Aralsee. Eine Ausnahme bildeten nur die Perioden starker Überschwemmungen, in denen das überströmende Wasser ebenfalls wieder in den Sarikamischsee floss.

Amu Darja

Aralsee

Abflussloser Salzsee in Zentralasien. Er befindet sich im südwestlichen Kasachstan und im nordwestlichen Usbekistan, östlich des Kaspisches Meeres. Geologisch ist der Aralsee vom Kaspischen Meer seit der letzten Kaltzeit getrennt. Sein Wasser war ursprünglich nur leicht salzhaltig. Das westliche und nördliche Ufer markiert den Rand des ariden Ustyurt Plateaus. Die Kysylkum-Wüste erstreckt sich vom Aralsee aus nach SO.

Aralsee mit seinen Zuflüssen Amu Darja (oben) und Syr Darja (unten) sowie den zugehörigen Bewässe-rungsgebieten (2000), Aufnahmehöhe: 350 km, Blickrichtung: SW

Quelle:
http://eol.jsc.nasa.gov/ scripts/sseop/photo.pl? mission=STS106&roll =704&frame=92

Der Aralsee war früher der viertgrößte See der Welt. Wichtigste Zuflüsse sind im Norden der Syr-Darja, im Süden der Amu-Darja . Der Wassereintrag aus diesen beiden Flüssen ist jedoch in den vergangenen Jahrzehnten drastisch gesunken, da ein Großteil des Wassers von Syr-Darja und Amu-Darja für Bewässerungszwecke verwendet wird. Seit den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts gab es sogar Perioden, in denen kaum Zufluss stattfand. Als Folge verringerte sich das Wasservolumen des Aralsees um 70 Prozent und verursachte 1988 eine Aufteilung des Sees in zwei Abschnitte den südlichen Großen Aralsee und den nördlichen Kleinen Aralsee. Der Salzgehalt des Wassers hat etwa um das Dreifache zugenommen und wirkt sich auf die Pflanzen- und Tierwelt bedrohlich aus. Die Fischindustrie wurde allmählich eingestellt, da es immer weniger Störe, Karpfen und Heringe gab.

Pflanzengemeinschaft aus Kalidium caspicum und Halocnemum strobilaceum auf dem ehemaligen Seeboden des östlichen Großen Aralsees

Quelle: http://www.uni-bielefeld.de/biologie/Oekologie/

Aufgrund des Absinkens des Seespiegels sind die Ufer verödet und unbewohnt; mehrere Dörfer und große Städte wie Aralsk und Muinak, die bis 1960 noch am See lagen, sind nun mehrere Kilometer vom Wasser entfernt. Durch die Verkleinerung des Sees haben sich in seinem früheren Becken Salzablagerungen gebildet. Da diese der Winderosion ausgesetzt sind, wurde das offen liegende Becken zu einem Entstehungsgebiet von Salzverwehungen und Sandstürmen. Dadurch werden pro Jahr etwa 75 Mio t Staub und Salz in den Nachbarregionen abgelagert. Der See enthält zahlreiche Inseln. Die Insel Vozrozhdeniya wurde in sowjetischer Zeit als Abfalldepot für biologische Waffen genutzt.

Küste des Kleinen Aralsees im August 1999

Quelle: http://www.uni-bielefeld.de/biologie/Oekologie/

Anfang 1990 hatte der Große Aralsee eine Fläche von etwa 33.500 Quadratkilometern und der Kleine Aralsee rund 3.000 Quadratkilometer. 1992 verringerte sich die Fläche der beiden Seen auf etwa 33.670 Quadratkilometer. Auf internationaler Ebene werden Anstrengungen unternommen, das weitere Austrocknen des Sees und damit die fortschreitende Verödung der Region zu verhindern. 1994 einigten sich Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan, auf eine Wiederherstellung des Aralsees in seinen alten Dimensionen hinzuarbeiten. Die Vereinten Nationen bezeichnen die ökologische Tragödie als größte von Menschen verursachte Umweltkatastrophe des 20. Jahrhunderts. Fachleute aus der ganzen Welt kamen 1995 auf Einladung der UN nach Nukus, der Hauptstadt der usbekischen Republik Karakalpakien, um Lösungsansätze zu entwickeln. Eine Möglichkeit ist die Diversifizierung der Landwirtschaft in den Anrainerstaaten Kasachstan und Usbekistan. Vor allem in der Republik Usbekistan ist Baumwolle (x), die überwiegend in Monokultur angebaut wird, das vorherrschende Agrarprodukt. Da Regenfeldbau in diesen trockenen Regionen nicht möglich ist, wird den Flüssen viel Wasser zur Bewässerung der ausgedehnten Baumwollfelder entnommen. Eine Umstellung der landwirtschaftlichen Produktion auf Anbaufrüchte mit geringerem Wasserbedarf könnte den Wassereintrag in den Aralsee steigen lassen.

Bisherige und mögliche künftige Entwicklung des Aralsees

Quelle: http://www.unep.org/vitalwater

Sollte der Wasserverlust nicht gestoppt werden, wird eine weitere Aufteilung der verbleibenden Wassermenge stattfinden. Einer im Herbst 1998 veröffentlichten Studie zufolge könnte der Aralsee bei fortschreitendem Wasserverlust in 15 Jahren vollständig ausgetrocknet sein. Der Rückgang der Wassermenge des Aralsees zieht klimatische Veränderungen in der gesamten Region nach sich. Die durch die verminderte Wassermasse reduzierte thermische Ausgleichswirkung bewirkt eine Zunahme der Kontinentalität . Dies führt zur Verkürzung der Vegetationsperiode, geringeren Ernteerträgen und einer Verschlechterung der Ernährungssituation der Bevölkerung in den Anrainerstaaten.

Karte Der internationale Charakter des Aralseebeckens (INTLINK) (Dateiname: "Aralseebecken") (Legende: gleicher Text, Quelle: Mainguet (1999))
Karte Gegenwärtige und frühere Wasserläufe im Turan (INTLINK) (Dateiname: "") (Legende: gleicher Text, Quelle: Letolle und Mainguet (1993))

Aridisol

Kategorie der US-amerikanischen Bodensystematik, die Mineralböden trockener Klimate umfasst. Aridisols weisen einen flachgründigen, humusarmen A-Horizont auf. Aufgrund der geringen Vegetationsauflage besitzen sie typischerweise helle Farben. Sofern darunter ein ton- oder natriumreicher Horizont folgt, spricht man von Argids. Aridisols mit Anreicherung von Salz, Gips, Kalk oder Krusten sowie B-Horizonten gehören zu den Orthids.

Bodenprofil eines Aridisol

Quelle: http://www.uwsp.edu/geo/faculty/ritter/ images/biosphere/soils/aridisol.jpg

Aridität

Bezeichnung für die Bedingungen in Räumen und Klimaten, in denen im jährlichen Durchschnitt die Verdunstung größer ist als der Niederschlag. Als aride Gebiete gelten alle Wüsten. Gebiete mit ausgeprägter Trockenzeit werden semiarid genannt. Der Gegensatz zu arid ist humid.
Aridität wird nach einer Klassifizierung der UN in 6 Stufen gegliedert. Der Einteilung liegt das Verhältnis von mittleren jährlichen Niederschlägen einer Region zur potentiellen Evapotranspiration zugrunde. Dieses Verhältnis wird auch Ariditätsindex (AI) genannt.

Stufen der Aridität:

kalt Jahresmittel der Temperatur ≤ = 0 °C
hyperarid AI <0,05 keine regelmäßig auftretenden Regenzeiten; oft mehrere regenfreie Jahre nacheinander; landwirtschaftliche Nutzung kaum möglich
arid 0,05 ≤ AI <0,20 in Winterregengebieten bis 200 mm, in Sommerregengebieten bis 300 mm Niederschlag; Wanderweidewirtschaft in geringem Umfang möglich
semiarid 0,20 ≤ AI <0,50 in Regenzeiten bis 500 mm Niederschlag (Winter) bzw. bis 800 mm (Sommer); große jährliche Schwankungen; Weidewirtschaft möglich, große Gefahr der Überweidung
trocken-subhumid 0,50 ≤ AI <0,65 jährliche Niederschlagsvariabilität selten höher als 25 %; Regenfeldbau möglich
humid 0,65 ≤ AI jährliche Niederschlagsmengen annähernd gleich

Prozentuale Anteile der Ariditätszonen auf den Festlandsflächen der Erde

kalt hyperarid arid semiarid trocken-subhumid humid
13,6 7,5 12,1 17,7 9,9 39,2

 Verteilung der Ariditätszonen auf die Kontinente (in Mio ha)

  Afrika Asien Australien Europa Nordamerika Südamerika Gesamt
kalt 0,0 1.082,5 0,0 27,9 616,9 37,7 1.765,0
humid 1.007,6 1.224,3 218,9 622,9 838,5 1.188,1 5.100,3
trocken-subhumid 268,7 352,7 51,3 183,5 231,5 207,0 1.294,7
semiarid 513,8 693,4 309,0 105,2 419,4 264,5 2.305,3
arid 503,5 625,7 303,0 11,0 81,5 44,5 1.569,2
semiarid 672,0 277,4 0,0 0,0 3,1 25,7 978,1
Gesamt 2.965,6 4.256,0 882,2 950,5 2.190,9 1.767,5 13.012,6

Aszendenz

Aufwärtsverlagerung von Lösungen oder Dämpfen in Gestein oder Boden. Verbreitet in ariden Klimaten, wo hochstehendes, stark salzhaltiges Grundwasser durch die Kapillarkräfte bis zum Oberboden emporsteigt und dort seine Salzfracht (Calciumcarbonat, Gips, NaCl) ausscheidet; dies erfolgt insbesondere während langer Trockenzeiten. Die kurzen episodischen, aber oft heftigen Starkregen verlagern die Salze auf dem umgekehrten Weg wieder nach unten (Deszendenz), so dass sich mit der Zeit ein Gleichgewichtszustand des Salzspiegels einstellen kann. Überwiegt in einem Boden die Aszendenz, so reichern sich die salze aufgrund ihrer unterschiedlichen Löslichkeiten von oben nach unten in der Reihenfolge Chloride-Sulfate-Carbonate an. Aszendenz kann zur Bildung von Krusten beitragen.

atmosphärische Fenster

Bezeichnung für bestimmte Spektralbereiche, in denen die Atmosphäre die kurzwellige Sonnenstrahlung bzw. die langwellige terrestrische Strahlung fast ungehindert zur Erdoberfläche bzw. in den Weltraum passieren lässt. Die Bezeichnung wird fast ausschließlich auf jene Bereiche im infraroten Spektralbereich angewendet, in denen Wasserdampf und Kohlendioxid (als Hauptabsorber) weder emittieren noch absorbieren. Hier befinden sich ein großes atmosphärisches Fenster (Wasserdampffenster) im Wellenlängenbereich zwischen 8 und 13 µm sowie zwei kleinere Fenster zwischen 3,4 und 4,1 µm bzw. bei 18 µm. Das Wasserdampffenster (vor allem im Bereich zwischen 10,5 und 12,5 µm) ermöglicht nach dem Plank-Strahlungsgesetz die Bestimmung der Oberflächentemperaturen von Erde und Wolken durch Messung der infraroten Ausstrahlung mittels Satellit und Flugzeug.

atmosphärische Gegenstrahlung

Die gegen die Erdoberfläche gerichtete, langwellige Strahlung der Atmosphäre. Sie entsteht durch die langwellige Ausstrahlung der Erde, die insbesondere von den klimawirksamen atmosphärischen Gasen Wasserdampf und Kohlendioxid absorbiert und in Wärme umgewandelt wird. Diese wird dann als Wärmestrahlung von der Atmosphäre in alle Richtungen abgestrahlt. Der zur Erdoberfläche gerichtete Anteil ist die atmosphärische Gegenstrahlung.

atmosphärische Wärmerückstrahlung

Syn.: atmosphärische Gegenstrahlung; die gegen die Erdoberfläche gerichtete langwellige Strahlung der Atmosphäre. Sie entsteht durch die langwellige Ausstrahlung der Erde, die insbesondere von den klimawirksamen atmosphärischen Gasen Wasserdampf und Kohlendioxid absorbiert und in Wärme umgewandelt wird. Diese wird dann als Wärmestrahlung von der Atmosphäre in allen Richtungen abgestrahlt. Der zur Erdoberfläche gerichtete Anteil ist die atmosphärische Gegenstrahlung.

Bewässerungswasser

Wasser aus Oberflächen- oder Grundwasser zur Bewässerung von Anbauflächen. Es existieren Richt- und Grenzwerte für folgende Inhaltsstoffe:
a) Gesamtsalzgehalt - wird durch Leitfähigkeitsmessung ermittelt, die direkt proportional zum Salzgehalt ist
b) Natriumgehalt - Bestimmung mit Hilfe des SAR-Wertes 
c) Borgehalt - verschiedene Empfindlichkeitsstufen (z.B. Zuckerrübe tolerant, Getreide etwas empfindlich, Obst sehr empfindlich)
Links zu Grafiken im Anhang: Global Freshwater Resources, Availability of Freshwater, Freshwater Stress (INTLINKS)

Bewässerung(swirtschaft)

Auf der künstlichen Zufuhr von Wasser beruhende Wirtschaftsweise, die aufwendiger, aber auch flächenproduktiver als Landwirtschaft auf Regenbasis ist. Sie war und ist oft mit besonderen Agrarsozialstrukturen verbunden (Aufbau von Kooperations- und Organisationsstrukturen) und von starker Prägekraft für das Erscheinungsbild der Agrarlandschaft. Künstliche Bewässerung ist in nahezu allen Klimazonen der Ökumene anzutreffen, insgesamt auf einer Fläche von ca. 255 Mio. ha.

Ein Drittel der weltweit produzierten Nahrungsmittel stammt aus der Bewässerungslandwirtschaft, obwohl der Anteil an der bewässerten Fläche an der gesamtwirtschaftlichen Nutzfläche nur bei ca. 16 % liegt.

Hauptgebiet der Bewässerungswirtschaft sind die Subtropen, wo Wasser der Minimumfaktor ist. Auf diese Trockenräume entfallen zwei Drittel der globalen Bewässerungsflächen.

Die größten Bewässerungsflächen der Erde (62 %) liegen in Asien, vornehmlich am Huanghe, Jangtsekiang und Hsikiang in China, ferner in der Ganges- und der Industiefebene in Pakistan und Indien. Außerhalb Asiens sind bedeutend Mexiko, Ägypten, Brasilien, Sudan und der Mittelmeerraum.

A) Grundformen der Bewässerungswirtschaft:

1. Formen mit unkontrollierter Wasserzufuhr (auch "Naßfeldbau" genannt)

2. Formen mit kontrollierter Wasserzufuhr ("künstliche" Bewässerung), zu typisieren nach:

B) Bewässerungsverfahren:

Fest installierte Beregnungssysteme gibt es in einer Vielzahl von Ausprägungen, die sich jedoch alle sehr ähneln. In der Regel erfolgt die Zuleitung über Rohre bzw. Schläuche und die Verteilung des Wassers über eine Vielzahl von Sprinklern, deren Größe und Leistung sehr unterschiedlich sein können.

Die Bewässerungsverfahren weisen große Unterschiede auf im Hinblick auf Effizienz, Wasserverbrauch, Kosten und Betriebsaufwand. In Entwicklungsländern werden aus Kostengründen meist offene Schwerkraftsysteme angelegt. Diese sind zwar einfach zu implementieren, bringen jedoch Probleme bei Betrieb und Unterhalt mit sich und führen zu erheblichen Wasserverlusten. Für bedeutende Bewässerungsländer wie Indien, Iran, und Pakistan, in denen die Bewässerungslandwirtschaft über 90 % des Wasserverbrauchs beansprucht, wird geschätzt, dass nur 40 % des abgeleiteten Wassers tatsächlich die Felder erreicht.

Die Effizienz ist bei den einzelnen Technologien wie folgt:

Boden

Die an der Erdoberfläche entstandene, mit Luft, Wasser und Lebewesen vermischte Verwitterungsschicht der Lithosphäre aus mineralischen und organischen Substanzen, welche sich unter Einwirkung aller Umweltfaktoren gebildet hat, und die den Pflanzen als Standort und zur Ernährung dient.
Links:
Weltbodenkarte mit zugehöriger Tabelle aus 'Wörterbuch der Bodenkunde
FAO-Weltbodenkarte (farbig)
FAO-Bodenkarten differenziert nach Bodentypen (http://www.fao.org/ag/agl/agll/wrb/mapindex.stm)
FAO Problem Soils Database (http://www.fao.org/ag/agl/agll/prosoil/)
Vorlesungsskript Prof. Dr. P. Fitze (http://www.geo.unizh.ch/bodenkunde/allgemein/indexVorlesung.html)

Bodenkundliche Linkliste der Universität HH (http://www.geowiss.uni-hamburg.de/i-boden/li_frame.htm)

Bodenkapillare

Bodenkapillare sind feine Poren im Boden , in denen Kapillarität herrscht. Wasser kann in Kapillaren entgegen der Schwerkraft gehalten oder durch Kapillaraufstieg nach oben transportiert werden. Die kapillare Steighöhe ist von der Porenform und der Porengrößenverteilung des Bodens abhängig.

Zusammenhang zwischen Wasserpotential und Porensystem eines Bodens

Bodentextur

Syn. Bodenart; die Korngrößenverteilung der Bodensubstanz

Bodenversalzung

Versalzung des Bodens kann auf natürliche wie künstliche Weise erfolgen; sie betrifft besonders Kulturböden semi- bis vollarider Klimate. Natürliche Bodenversalzung kommt z.B. vor, wenn infolge starker Verdunstung Kapillarwasser aus dem Grundwasser aufsteigt und sich die in ihm gelösten Salze im Oberboden anreichern. Anthropogene Bodenversalzung ist meist die Folge von Bewässerung mit Flusswässern oder salzhaltigen, häufig fossilen Grundwässern, die durch Bohrbrunnen gefördert werden.
In der Praxis misst man den Salzgehalt des Bewässerungswassers mit Hilfe der elektrischen Leitfähigkeit (=EC, Electric Conductivity = Kehrwert des in Ohm gemessenen elektrischen Widerstands), gemessen in µS cm-1 bei 25 °C.
Kulturpflanzen reagieren mit unterschiedlich hoher Empfindlichkeit auf Salzgehalte im Bodenwasser . Während Getreidesorten relativ salztolerant sind, werden bei Obstpflanzen sowie Bohnen und Reis erhebliche Ertragsverluste verzeichnet. Generell sollte der Salzgehalt unter 750 µS cm-1 liegen.
In vielen Fällen ist die Bodenversalzung irreversibel, alljährlich gehen durch sie riesige landwirtschaftliche Flächen verloren.

Vorgänge beim Prozess der Bodenversalzung in ariden Regionen

Quelle:
http://www.uoguelph.ca/ botany/courses/BOT2100/ introlecture1_files/frame.htm

Salzkrusten als Ergebnis der Bodenversalzung

Quelle:
http://www.agr.gov.sk.ca/ DOCS/crops/integrated_pest_ management/soil_fertility_ fertilizers/nmsal4.asp

Bodenwasser

Im Boden befindlicher Teil des unterirdischen Wassers, gespeist aus Niederschlagswasser und in geringem Ausmaß Kondensationswasser nach Infiltration in den Boden oder aus dem Grundwasser durch kapillaren Aufstieg. Im Unterschied zum Kristallwasser befindet sich das Bodenwasser in den Bodenporen und wird nach seinem Verhalten im Boden untergegliedert in Sickerwasser (Gravitationswasser), das den Boden in den Grobporen der Schwerkraft folgend durchströmt, und Haftwasser, welches in den Bodenporen entgegen der Schwerkraft gehalten wird. Das Haftwasser setzt sich zusammen aus dem an der Oberfläche von Bodenpartikeln haftenden Adsorptionswasser und dem durch Kapillarkräfte in Menisken) gebundenen und häufig aus dem Grundwasser aufsteigenden Kapillarwasser .
Das Sickerwasser kann von den Pflanzen nur zum kleinsten Teil genutzt werden, das Haftwasser hingegen kann teilweise von ihnen aufgenommen werden. Speziell das Adsorptionswasser wird von den Bodenpartikeln so stark festgehalten, dass die Saugkraft der Pflanze nicht mehr ausreicht, dieses Wasser zu extrahieren (Welkepunkt).
Mit der Wasserbewegung gekoppelt sind die Verlagerungsvorgänge von gelösten oder dispergierten Stoffen (Ionen, Nährstoffe, best. Huminstoffe, feine Tonpartikel usw.). Diese Bodenlösung ist auch verantwortlich für den Transport der Nährstoffe von ihren Haftsstellen an Tonmineralen oder Huminstoffen zur Pflanzenwurzel.
Aufgrund der großen Bedeutung des Bodenwassers als ökologischer, pedogenetischer und standortkundlicher Faktor werden zur Bemessung und Bewertung unter anderem die Parameter Feldkapazität , nutzbare Feldkapazität, Totwasser, Permeabilität, Infiltration und Welkepunkt ausgewiesen. Im Rahmen der Boden- und Landschaftsentwicklung sowie der Bodenklassifikation sind neben den Komponenten Sickerwasser und Haftwasser das Stauwasser (zeitweilig auftretendes bewegliches Bodenwasser über einen meist oberhalb 130 cm unter der Geländeoberfläche befindlichen wasserstauenden Bodenhorizont) und das Hangwasser (sich unter Einwirkung der Schwerkraft hangabwärts bewegendes Bodenwasser) von großer Bedeutung. Der Oberflächenabfluss und das Oberflächenwasser werden nicht zum Bodenwasser gezählt.

Calcisols

Von lat. calx = Kalk; Bodenklasse der FAO-Bodenklassifikation und der WRB-Bodenklassifikation; geringmächtige, humusarme Mineralböden mit sekundärer Kalkanreicherung, oftmals krümeligem oder plattigem Bodengefüge und folgender Horizontierung: Ah Bk C. Calcisols sind in Wüsten und subhumiden Trockengebieten mit unregelmäßigen Niederschlägen <500 mm/Jahr weit verbreitet. Der illuviale B-Horizont weist neben einer Kalkanreicherung innerhalb der oberen 125 cm (100 cm nach WRB) häufig eine blockige Struktur auf. Calcisole treten in folgenden Gebieten schwerpunktmäßig auf: Naher Osten, Mittelasien, Sahara, SW-Afrika, westliche USA. Ihre globale Verbreitung beträgt ca. 800 Mio Hektar. Vergesellschaftet sind Regosole, Cambisole, Gypsisole und Solonchaks.

Die Vegetation auf Calcisolen ist spärlich, xerophytische Büsche und Bäume dominieren. Als agrarische Nutzung bietet sich auf den trockenen und häufig steinigen Böden extensive Weidewirtschaft an, sowie bei Bewässerung, Drainage und Düngung auch Ackerbau mit Weizen, Sonnenblumen, Sorghum und Baumwolle.

Verbreitungskarte der Calcisole
Quelle:
http://www.fao.org/ag/agl/agll/wrb/wrbmaps/htm/calcisol.htm

Carbonatisierung

Sekundäre Ausfällung von Carbonaten (überwiegend Calciumcarbonat, CaCO3) im Boden. Carbonatisierung findet sowohl deszendent wie aszendent statt. In Böden der trockenen, wechselfeuchten Klimate (Chernosems) werden Carbonate deszendent verlagert und in tieferen Horizonten als Pulver bzw. konkretionär ausgefällt (z.B. als Lößkindln). Teilweise bilden sich harte Carbonatbänke und -krusten (Caliche). In ariden Klimaten kann es zu kapillarem Aufstieg des Grundwassers bis in die Pedosphäre kommen; dort verdunstet das Wasser und hinterlässt die mitgeführten Carbonate als Krusten, die z.T. mit Gips (CaSO4) und anderen Salzen vergesellschaftet sind.

Chernozems (Tschernosem)

Von russ.: 'tschern' = schwarz, 'semlja' = Erde, Land; syn. Schwarzerden; dunkle  Böden mit mächtigem humusreichen (bis 16 %) Ah-Horizont (Mull), der i.d.R. direkt über dem C-Horizont, oft kalkhaltiger Löß, liegt. Unter dem Ah-Horizont steigt der pH-Wert bis zur Karbonatgrenze hin an, so dass es im oberen Teil des C-Horizontes zu konkretionären Kalkausscheidungen in Form von Schlieren und Flecken aber auch Lößkindeln kommt.
Zwischen diesen Horizonten kommen aber auch Bv- und/oder Bt-Horizonte vor. Es sind typische Böden der Langgrassteppe. Zahlreiche Bodenwühler sorgen mit ihren Gängen für eine stetige Durchmischung des Humuskörpers mit dem Mineralboden. Dadurch entstehen stabile Ton-Humuskomplexe. Voraussetzung für die Entstehung des oft 1 m mächtigen Ah-Horizonts sind hohe Biomasseproduktion (Langgras-Steppe), intensive Durchmischung (Bioturbation) und langsame Mineralisation, was durch Klima und Vegetation gewährleistet wird. Die hohe Produktion mit intensiver Durchwurzelung unter der Langgrassteppe finden in den feuchten Frühlingsmonaten statt. Durch heisse Sommer und kalte Winter erfolgt nur eine geringe Mineralisierung.
Durch den Nährstoff- und Humusreichtum sowie durch günstige Porenverteilung, ein gutes Wasserspeichervermögen, eine hohe Kationenaustauschkapazität stellen Chernozeme sehr fruchtbare Böden dar. Ertragsmindernd kann sich Wassermangel auswirken, jedoch begünstigt der hohe Humusgehalt Bewässerung.
Karte der Verbreitung: http://www.fao.org/ag/agl/agll/wrb/wrbmaps/htm/chernoz.htm

Chernozem-Profil mit Krotovinen im unteren Profilbereich (dunkle humusreiche Nester und Gänge der Bodenwühler) aus der Region Kursk

http://www.geo.unizh.ch/bodenkunde/ allgemein/indexVorlesung.html

Profil eines Chernozem

http://www.geo.unizh.ch/bodenkunde/ allgemein/indexVorlesung.html

Deflation

Durch Wind hervorgerufene Abtragung von Feinsedimenten durch Ab- und Ausblasen. Die Windabtragung, auch äolische Erosion genannt, wirkt auf Gesteinsoberflächen und Ablagerungen, die bereits durch verschiedene Prozesse der Verwitterung gelockert sind. Besonders wirksam ist sie dort, wo keine Vegetationsdecke die verwitterten Lockerstoffe vor Abtragung schützt. So entstehen vor allem in Wüsten und Halbwüsten durch Ausblasen und Abblasen Steinpflaster, Pilzfelsen, Felsüberhänge, blank gefegte Flächen und längliche, abflusslose Deflationswannen

Defoliant

Entlaubungsmittel, das z.B. bei der Baumwollpflanze angewendet wird, um als Erntevorbereitung den Laubfall zu beschleunigen. Zwischen 1960 und 1990 wurden im usbekischen Karakalpakstan unter anderem Zehntausende Tonnen Agent Orange (von den USA im Vietnam-Krieg verwendet) eingesetzt.

Desertifikation

"Verwüstung" (von lat. 'desertum facere' = wüstmachen), anthropogen bedingte Verarmung vor allem arider und semiarider Ökosysteme (Steppen / Savannen, Halbwüsten). Der Begriff bezeichnet einen Prozess, der sowohl zur Bildung von Wüsten führt bzw. zur Ausbreitung bereits bestehender Wüsten, wie auch zur Zerstörung von (potentiellen) Nutzflächen.

Desertifikation ist Folge der Übernutzung von anfälligen Ökosystemen v.a. durch Überweidung. Häufig führen längere Dürreperioden, die mit hoher Wahrscheinlichkeit in den von Desertifikation bedrohten Gebieten auftreten, zu einer Verstärkung dieser "Wüstenbildung".

Schema der Desertifikationsprozesse

Quelle: http://www.klett-verlag.de/sixcms/detail.php?id=9598&query_id=0

Indikatoren der Desertifikation:

Ursachen und Verbreitung sind von Kontinent zu Kontinent verschieden. Anthropogene und natürliche Faktoren überlagern und verstärken sich dabei.
Die anthropogene Übernutzung ist eine Folge von sozialen, politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen, in deren Folge sich die ursprünglich nachhaltige Nutzung hin zu einer Übernutzung verlagert und somit den Prozess der Desertifikation in Gang setzt.

Anthropogene Faktoren der Desertifikation:

Natürliche Faktoren:

In einigen Gebieten der Erde verstärkt die Desertifikation den natürlichen Prozeß der Desertion.

Desertifikationsprozesse und Landwirtschaft im Bereich des Aralsees

Quelle: http://www.klett-verlag.de
(dort auch zugehöriges Arbeitsblatt)

Defoliant

Ein Entlaubungsmittel, das bei der Baumwollpflanze angewendet wird, um als Erntevorbereitung den Laubfall zu beschleunigen.

Desertifikation

Landdegradation in ariden, semi-ariden und trockenen subhumiden Gebieten, die aus verschiedenen Ursachen resultiert, darunter auch Klimavariationen und menschliche Aktivitäten (Soil Conference in Rio de Janeiro, 1992). Land degradation umfasst den Rückgang von Ernteerträgen, die Ausdünnung der Pflanzendecke, negative physikalische Einflüsse auf die Bodenoberfläche, qualitative und quantitative Abnahme der Wasserressourcen, Bodendegradation und Luftverschmutzung.
Zu diesem Begriff gibt es über 130 wissenschaftliche Definitionen! Häufig wird er mit dem Attribut "irreversibel" verbunden. Irreversibilität wird dann im menschlichen Maßstab auf die Dauer einer Generation bezogen.

Karte der für Desertifikation anfälligen Gebiete (nach Publikationen der UN-Konferenz über Desertifikation, Nairobi 1977)

Quelle: Mainguet, Monique (1999): Aridity - Droughts and Human Development

Desertion

Im Gegensatz zur Desertifikation Bezeichnung für den natürlichen, durch Klimaänderung verursachten Landschaftswandel in Trockengebieten. Desertion führt zur Ausbreitung wüstenhafter ökologischer Verhältnisse, die v.a. am Zustand des Bodens und der Vegetation sichtbar werden.

Dränage (Entwässerung)

Ableitung von Oberflächen- oder Grundwasser durch natürliche oder künstliche Mittel. Kanäle, Dränagerohre, Gräben oder Schotter sammeln das Wasser und leiten es entweder durch Schwerkraft oder mit Hilfe von Pumpen ab.

Dränagesysteme

 Überschusswasser kann mit verschiedenen Dränage-Systemen abgeführt werden. Die Entscheidung für ein spezielles Verfahren oder eine Kombination von Verfahren muss unter Berücksichtigung von Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Umwelt getroffen werden. Die im Folgenden aufgelisteten Systeme haben nur teilweise Bedeutung für die zentralasiatischen Verhältnisse.
Hochwasserschutz-Systeme
beziehen sich auf die Überschwemmung von Landoberflächen durch Fluss-Hochwasser oder durch ungewöhnlich hohe Wasserstände eines Sees oder des Meeres. Oft gehören Stauseen im Oberlauf eines Flusses, Flussdeiche oder Hochwasserkanäle zu solchen Systemen, auch wenn sie gemeinhin nicht als Teil eines Dränagenetzes angesehen werden. Selbst wenn solche Rückhalteeinrichtungen im Oberlauf bestehen, machen längerfristige hohe Flusswasserstände, lokale Sturmereignisse und Gezeitenströme zusätzliche Maßnahmen zur Hochwasserbekämpfung im Unterlauf nötig. Die Maßnahmen in beiden Abschnitten sind integrale Bestandteile eines Gesamtsystems zur Sicherung der Pflanzenproduktion.
Oberflächen-Dränage-Systeme
werden installiert, um Regenwasser abzuführen, das ansonsten an der Bodenoberfläche während eines für die Pflanzenproduktion schädlichen Zeitraums verbliebe. Solche Systeme können auch angelegt werden, um Wasser aus unterirdischen Entwässerungs-Systemen abzuführen.
Unterirdische Dränage-Systeme
sind angemessene Verfahren, wenn Überschusswasser als Folge eines hohen Grundwasserspiegels vorliegt und dieser unter die Wurzelzone abgesenkt werden soll. Diese Systeme bestehen in der Regel aus horizontal unter der Bodenoberfläche verlegten Rohren, die das Grundwasser aufnehmen und den Wasserspiegel auf die gewünschte Tiefe absenken.
Wasserspiegel-Regulierungssysteme
werden in der gemäßigten Klimazone vermehrt eingesetzt. Diese Systeme haben einen bedeutenden Vorzug hinsichtlich der Kontrolle der Wasserqualität und der Erleichterung der Pflanzenproduktion. Sie bestehen i.a. aus einem unterirdischen Entwässerungssystem und offenen Entwässerungsgräben oder Röhrenentwässerung zur Kontrolle des Wasserspiegels.
Biologische Dränage
ist eine Maßnahme für Regionen, in denen Überschusswasser nicht abgeführt werden kann. Solche Systeme bestehen aus extrem salztoleranten Baumreihen, die parallel zueinander angeordnet sind. Ihr Abstand entspricht etwa dem von unterirdischen Entwässerungsröhren.

Etesien

Im östlichen Mittelmeerraum im Sommerhalbjahr regelmäßig auftretende trockene Nordwinde. Sie werden zwischen dem Azorenhoch über den Alpen und dem vorderasiatischen Tief nach S geleitet. Bei ruhiger Wetterlage gehen sie in den NE-Passat Nordafrikas über.

Evaporation

Von lat.: 'e', 'ex' = aus, heraus und lat.: 'vapor' = Dunst, Dampf; Verdunstung von freien Wasserflächen sowie an minerogenen oder biogenen Oberflächen. Sie umfasst nicht die Transpiration der Vegetation. Die Evaporation  von Niederschlagswasser auf Pflanzenoberflächen, ohne dass dieses in den Boden gelangt, wird auch als Interzeption bezeichnet.
Im Bodenbereich werden durch kapillaren Wasseraufstieg die Wasserverluste an der Oberfläche solange ausgeglichen, bis die Wasserleitfähigkeit des Oberbodens absinkt und die Evaporation aufhört. Dieses System hängt ab vom Sättigungsgrad des Porenraums und von der Bodenart. Durch die Bearbeitung des Oberbodens z.B. durch Pflügen, versucht man die Evaporation zu senken, da dadurch der kapillare Aufstieg in den Oberboden unterbunden wird.

Evapotranspiration

Wichtige Größe des Wasserhaushalts, Summe aller Verdunstungserscheinungen von Boden, Wasserflächen und Vegetationsdecke (= Evaporation + Transpiration) , wobei die Transpiration mengenmäßig überwiegt. Man unterscheidet die potentielle Evaporation von der aktuellen Evaporation. ETp/ETa ist stets >1 und nimmt mit der Aridität zu.
Die potentielle Evapotranspiration bezeichnet die maximal mögliche Verdunstung einer niedrigen (Standard-) Rasendecke, deren Wurzelraum gut mit Wasser versorgt ist.
Die aktuelle Evapotranspiration bezeichnet die tatsächliche Verdunstung, die sich einstellt, wenn die Wasserspannung des Bodens zunimmt; die Pflanze reagiert mit verminderter Transpirationsleistung.

Gebiet ETp ETa N
perhumid1 600 526 1.330
humid2 656 452 700
feucht3 2.010 1.093 1.410
semiarid4 2.080 361 400
arid5 2.153 211 220
BRD 500...700 400...500 500...1.000
Buchenwald   474 1.060
Fichtenwald   640 1.060
Acker   422 850
Grünland   520 850
Angaben in mm/a; 1 = Himalayafuß (Ganges und Brahmaputra), 2 = Deutschland, 3 = Kongobecken, 4 = Kalahari-Rand, 5 = Karoo (Südafrika)

Evapotranspiration - Jahresmittel an Verdunstungsraten und Niederschlägen in einigen Klimazonen der Erde sowie in Wäldern und Anbauflächen Deutschlands. Quelle: Hintermaier-Erhard/Zech (1997)

Feldkapazität

Der maximale Wassergehalt eines natürlich gelagerten Bodens, der sich etwa 2 bis 3 Tage nach Niederschlägen, wenn das Sickerwasser abgelaufen ist, entgegen der Schwerkraft durch Adsorption und kapillare Kräfte einstellt. Im Winter übersteigt die Bodenfeuchte die Feldkapazität, im Sommer wird sie oft nicht erreicht. Bei leichten Sandböden beträgt die Feldkapazität 15 mm je 10 cm Bodenschicht, bei schweren Lehmböden 35 40 mm.
Die nutzbare Feldkapazität (nFK) kennzeichnet  das pflanzenverfügbare Wasser im Boden , begrenzt durch den Wassergehalt am permanenten Welkepunkt und demjenigen bei Feldkapazität.

Fergana-Tal

Ca. 22.000 km2 großes Gebiet in Zentralasien, an dem Usbekistan, Tadschikistan und Kirgisistan Anteil haben. Das Fergana-Gebirge als Teil des Tian-Shan-Systems erhebt sich als nordöstliche, der Pamir als südliche Gebirgsumrandung. Das Fergana-Tal besteht z.T. aus der sehr fruchtbaren Karakalpak-Steppe und z.T. aus Wüste. Es wird vom Syr-Darja und von zahlreichen Bergflüssen durchflossen, die von Schneefeldern und Gletschern in den Gebirgen gespeist werden. 
Das Fergana-Tal eine der am dichtesten bevölkerten Regionen Zentralasiens mit agrarischer und industrieller Nutzung. Baumwollfelder, Obstanlagen, Weinberge, Walnusshaine und Maulbeerpflanzungen (Seidenraupenzucht) bedecken diese, zu den ältesten landwirtschaftlich genutzten Räumen der Erde zählende Region. An den Talrändern finden sich Öl-, Gas und Eisenerzvorkommen.

Föhn

Warmer und trockener Fallwind. Von der lokalen Bezeichnung im Bereich der Alpen ausgehend, werden heute alle warmen Fallwinde als Föhn bezeichnet. Dieses Phänomen entsteht, wenn feuchte Luftmassen auf ein Gebirge treffen. Durch das Hindernis zum Aufsteigen gezwungen, kühlt sich die Luft ab und zwar zunächst trockenadiabatisch (vereinfacht 1 °C/100 m). Beim Erreichen des Kondensationsniveaus kommt es zur Wolkenbildung und zu Niederschlägen. Dabei wird Kondensationswärme an die Luft abgegeben. Die weitere Abkühlung beim Aufsteigen erfolgt deshalb nur mehr feuchtadiabatisch, also um einen geringeren Betrag (vereinfacht 0,5 °C/100 m). Im Lee des Gebirges sinken die Luftmassen nach unten und erwärmen sich. Die Erwärmung erfolgt nach nunmehr nach dem trockenadiabatischen Temperaturgradienten. Das bedeutet, dass die Luft auf dem entsprechenden Niveau auf der Leeseite wärmer ist, als auf derselben Höhe im Luv. Mit dem Föhn ist auch eine Austrocknung verbunden. Die absolute Feuchtigkeit im Lee ist deutlich geringer, da die Luft durch die Niederschläge Wasserdampf verloren hat.

GIS

Akronym für Geographisches Informationssystem, syn. Geoinformationssystem. Im engeren Sinn ein Informationssystem als Software verstanden, mit dessen Hilfe raumbezogene Daten erfasst, verwaltet und ausgegeben werden können. Ein GIS verfügt darüber hinaus über umfangreiche Funktionen zur Datenanalyse. Die weiteste Definition weist ein GIS als ein System aus Software, Hardware, Daten und den Anwendungen aus. Existierende Definitionen sind sehr zahlreich.

Globalstrahlung

Von lat.: globus = Kugel, Ball; bei der Globalstrahlung handelt es sich um die Summe des Strahlungsflusses aus direkter Sonnenstrahlung und diffuser Himmelsstrahlung, bezogen auf eine horizontale Einheitsfläche.

Grundschicht

Syn. Peplosphäre; ca. 1 bis 2,5 km mächtige untere Atmosphäre. In ihr dominieren die vertikalen Transporte durch Konvektion, während darüber in der sog. Advektionsschicht weitgehend horizontale und großräumige Austauschvorgänge wirksam sind. Die Grundschicht ist meistens nach oben begrenzt, sichtbar durch eine markante Dunstgrenze, zuweilen auch Wolkengrenze, die häufig mit einer Inversionsschicht zusammenfällt und als Peplopause bezeichnet wird.

Grundwasser

Alles unterirdische Wasser, das von den Niederschlägen, durch Flussufer- oder Meerwasserfiltrat gespeist wird und in zusammenhängender Form die Porenräume der Lockergesteine sowie die Klufträume der Festgesteine (zusammengefasst = Aquifer) ausfüllt. Das Grundwasser unterliegt der Schwerkraft (= hydrostatischer Druck) und fließt in Richtung des hydraulischen Gradienten oberhalb nicht- oder schwerdurchlässiger Lagen und Schichten. Seine Fließgeschwindigkeit wird u.a. von der Durchlässigkeit des durchflossenen Gesteins bestimmt.

Gypsisols

Von lat. gypsum = Gips; Bodenklasse der FAO-Bodenklassifikation und der WRB-Bodenklassifikation; humusarme Mineralböden mit sekundärer, teilweise zur Verhärtung bzw. Zementierung im Unterboden führender Calciumsulfat-Anreicherung in den oberen 125 cm des Bodens (100 cm nach WRB) und folgender Horizontierung: Ah – By – C. Der A-Horizont ist meist flachgründig, der verbraunte oder lessivierte B-Horizont weist neben Gipskrusten und weichen Gipsausblühungen häufig Kalkanreicherungen auf. Gypsisols sind in Wüsten und semiariden Trockengebieten mit unregelmäßigen Niederschlägen <200 mm/Jahr weit verbreitet. Gypsisole treten vor allem in Libyien, Namibia, Somalia, Jemen, Irak und Syrien auf und haben eine weltweite Verbreitung von ca. 90 Mio ha. Extensive Weidewirtschaft ist häufig, bei Bewässerung und Drainage ist der Anbau von Baumwolle (wenig Gips), Alfafalfa, Weizen und Mais möglich.

 

Verbreitungskarte der Gypsisole
Quelle: http://www.fao.org/ag/agl/agll/wrb/wrbmaps/htm/gypsis.htm

Haftwasser

Anteil des Bodenwassers (x)der gegen die Schwerkraft im Boden festgehalten wird. Haftwasser setzt sich zusammen aus Adsorptionswasser, das den Adsorptionskräften der Matrix unterliegt und als wenige mm dünne Lage die Bodenpartikel oberflächig umschließt, sowie aus Kapillarwasser, das in den Zwischenräumen der Poren und Kapillaren Menisken bildet. Zwischen Adsorptions- und Kapillarwasser gibt es fließende Übergänge.

Halophyten

Pflanzen, die auf salzreichen Böden (Salzgehalte >0,5 %) gedeihen (z.B. Lepidium, Suáeda) und bis zu 10 % Na in der TS enthalten können. Charakteristisch für salzreiche Marschen, Solonchak und Solonetz .
Man unterscheidet zwischen obligaten Halophyten, die ausschließlich an Salzstandorten wachsen, und fakultativen Halophyten, die zwar Salzböden besiedeln können, deren physiologisches Optimum jedoch im salzfreien oder salzarmen Milieu liegt. H. verfügen über verschiedene Anpassungsmechanismen an die hohen Salzkonzentrationen: Sukkulente Halophyten speichern oft beträchtliche Salzmengen in den Vakuolen und sorgen damit für eine geringe Salzkonzentration im Plasma. Andere Halophyten können überschüssiges Salz über Salzdrüsen entfernen. Eine weitere Möglichkeit ist die Regulierung der Natriumaufnahme in die Wurzel mittels Ionenpumpen (z.B. bei Mangrovengehölzen). Daneben gibt es auch Pflanzen ohne Regelmechanismen, bei denen der Salzgehalt während der Vegetationsperiode kontinuierlich ansteigt, bis ein tödlicher Gehalt erreicht wird. Dieser Zeitabschnitt genügt aber der Pflanze, um einen vollständigen Entwicklungszyklus zu durchlaufen.

Halophyten in usbekischer Salzpfanne

Hitzetief

Syn. Wärmezyklone, kommt vorwiegend im Bereich hohen Luftdrucks bei geringen
horizontalen Luftdruckunterschieden über dem Festland als Folge starker Sonneneinstrahlungen auf. Es kommt zu einer Labilisierung der Luft, die Vertikalbewegungen begünstigt. Ist die Luft sehr feucht, können sich Wärmegewitter bilden.

homogen /  inhomogen

1. Allgemein: gleichartig, was die Zusammensetzung und die Eigenschaften eines Stoffes betrifft. Der Gegensatz ist inhomogen bzw. heterogen.
2. Hydrologie: Eigenschaft einer gemessenen, hydrologischen Beobachtungsreihe. Die Zeitreihe beinhaltet nur klimatisch bedingte Variationen und ist nicht durch einen Wechsel der Messgeräte bzw. Messtechniken oder durch anthropogene Veränderungen der Gebietseigenschaften (z.B. Landnutzungsänderungen, Wasserentnahmen, Bau von Speichern) beeinflusst. Zur Prüfung der Homogenität werden statistische Methoden angewandt, z.B. Trendanalyse oder Sprunganalyse.

Hungersteppe

Kirgis. Bedpak Dala; langgestreckte W üstensteppe westlich des Balchasch-Sees.

Hydrologie

Wissenschaft des Wassers. Die Hydrologie erforscht das Wasser des festen Landes über, auf und unter der Erdoberfläche hinsichtlich seiner Verteilung in Raum und Zeit, seiner Zirkulation und seinen physikalischen, chemischen und biologisch verursachten Eigenschaften und Wirkungen sowie die Wechselbeziehungen zwischen den natürlichen Voraussetzungen und den auf diese zurückwirkenden anthropogenen Einflüsse.

Interpolationsmethode

Von lat.: 'interpolatio' = Umgestaltung, Veränderung; Methode der numerischen Analyse. Die zu analysierende Fläche des betreffenden meteorologischen Elements stellt man sich hierbei als eine (gekrümmte) Fläche vor, deren Höhe über einer Bezugsebene dem Wert des Elements an jedem Punkt entspricht. Die Interpolationsmethode besteht darin, an jedem Gitterpunkt ein Flächenstück zu bestimmen, das so gestaltet ist, dass die in der Umgebung vorhandenen Beobachtungswerte möglichst genau in der Fläche liegen. Die Höhe der Fläche an dem Gitterpunkt ist dann der gesuchte Gitterwert des meteorologischen Elements.
Das mathematische Verfahren, das eine solche Fläche zu berechnen gestattet, ist ein Interpolationsverfahren, das die Bestimmungsgrößen (die Koeffizienten) einer (die Fläche darstellenden) mathematischen Funktion (eines Polynoms) so berechnet, dass die mittleren Abweichungen der Funktion von den Messwerten ein Minimum erreichen. Die Durchführung dieses Verfahrens setzt allerdings voraus, dass die Zahl der Beobachtungen in der Umgebung des zu berechnenden Gitterwertes größer ist als die Zahl der zu bestimmenden Koeffizienten des Polynoms.
Da die synoptischen Stationen weltweit sehr unregelmäßig verteilt sind, und aus manchen Gebieten nur sehr wenig Meldungen eingehen, sind bei der Anwendung der Interpolationsmethode große Schwierigkeiten zu überwinden. Da außerdem die Interpolationsmethode sehr rechenaufwendig ist, wird die Methode nur wenig verwendet.

Isothermen

Von griech.: 'thermos' = warm, heiß; Linien gleicher Temperatur, in der Klimatologie meist in Karten der Lufttemperatur für einen bestimmten Zeitpunkt oder den Durchschnitt eines Zeitraums (meist Monate und ein Jahr). Die wahren Isothermen geben die wirklichen Temperaturverhältnisse in einer bestimmten Höhenlage wieder, die reduzierten Isothermen zeigen die auf das Meeresniveau umgerechneten Temperaturkurven, bei denen der Einfluss der Höhenlage ausgeschaltet ist. Isothermen sind auch Kurven in einem thermodynamischen Zustandsdiagramm, auf denen die Temperatur gleich bleibt. Entlang der Isothermen verlaufen die isothermen Prozesse bzw. Zustandsänderungen.

Kapillaren

Die in feinkörnigen mineralischen und organischen Sedimenten und Böden untereinander verbundenen Porenräume (Øüberwiegend < 10 µm), zusammengeschlossen zu Kapillarbahnen und -netzen.

Kapillarhub

Syn. kapillare Steighöhe; Höhe, die das Grundwasser bei gegebener Wasserspannung zu steigen in der Lage ist. Bei gleichkörnigen Substraten besteht ein ± linearer Zusammenhang zwischen dem Kapillarhub und der Korngröße, da von gleichgroßen Porenräumen auszugehen ist. Bei ungleichkörnigen Substraten, wie sie in den meisten Böden vorliegen, haben lehmig-schluffige Böden mit einem Maximum an Mittelporen (= 0,2...10 µm) die höchsten Kapillarhübe. Sandböden (Dominanz von Grobporen >10µm) bzw. Tonböden (Dominanz von Feinporen <0,2 µm) weisen einen geringeren Kapillarhub auf.
Während längerer Trockenzeiten sind Böden mit hohem Kapillarhub kaum von Austrocknung gefährdet, sofern Grundwasseranschluss gegeben ist. Der Kapillarhub ist ein wichtiger Faktor für die Wasserversorgung von Pflanzen.

Kapillarspannung

Kraft, die auf die Oberfläche einer Flüssigkeit in Kapillaren (Meniskus) senkrecht nach oben wirkt.

Kapillarwasser

In den Kapillaren des Bodenkörpers aufsteigendes, von Menisken getragenes Wasser. Im Gegensatz dazu umkleidet das Adsorptionswasser die festen Bodenpartikel, ohne dass sich Menisken ausbilden. Je kleiner die Porendurchmesser, um so stärker sind die Bindungskräfte des Wasserfilms gegenüber der Matrix; der Kapillarhub ist um so höher, je größer die Wasserspannung im Oberboden ist.
Unmittelbar über dem Grundwasser existiert ein von Menisken getragener, geschlossener Kapillarwassersaum, in dem alle feinporigen Kapillaren wassergefüllt sind und der sich nach oben hin in Form vieler einzelner Kapillaren in den Kapillarwassersaum (mit Lufteinschlüssen) fransenartig verliert.

Karakum

Karakum (türkisch: schwarzer Sand), Wüste, die den größten Teil Turkmenistans bedeckt.
Karakum nimmt eine Fläche von rund 350.000 Quadratkilometern ein. Ein Großteil des Gebiets besteht aus sandigen Bergrücken. Die südlichen und südöstlichen Gebiete der Wüste werden mit Wasser aus dem Karakum-Kanal bewässert. In den so entstandenen Oasen werden Baumwolle, Futtergetreide, Obst und Gemüse angebaut. Daneben wird auch Schafzucht betrieben. Aufgrund der Erdöl- und Erdgasvorkommen durchziehen zahlreiche Pipelines das Wüstengebiet. 
Die Wüste Karakum bedeckt etwa drei Viertel der Fläche von Turkmenistan. Sie erstreckt sich vom Ust-Urt-Plateau im Norden bis zum Amu-Darja im Osten, im Süden reicht sie vom Kopetdag bis zum Kaspischen Meer. Durch die Wüste ziehen sich neben Sanddünen auch weite Gebiete, deren Böden durch die Tonerde völlig verhärtet sind. In diesem rauen Klima gibt es zwar nicht viel Vegetation, dennoch gedeihen vor allem im Südosten einige Arten von Steppensträuchern, und im Frühling blühen hier teilweise sogar Blumen. Das Wüstengebiet ist nur spärlich besiedelt. Die wenigen Einwohner sind zumeist Turkmenen, die von der Landwirtschaft oder dem Fischfang im Kaspischen Meer leben.

Karakumwüste
Quelle: www.micro.utexas.edu/.../bio304/ biomes/DESERTS/karakum.gif

Karakum-Kanal

Kanal in Turkmenistan; als längster Kanal der ehemaligen UdSSR und einer der längsten der Erde erstreckt sich der Karakum-Kanal über eine Länge von etwa 1.445 Kilometern vom Amu-Darja bis zur Stadt Turkmenbaschi am Kaspischen Meer. Der Kanal ist auf fast der Hälfte seiner Länge für kleine Flussboote befahrbar. Der Karakum-Kanal wird vorwiegend zur Bewässerung landwirtschaftlicher Anbauflächen genutzt, ist aber auch als Trinkwasserreservoir von großer Bedeutung. Die vom Karakum-Kanal bewässerten Gebiete gehören zu den fruchtbarsten in Turkmenistan und umfassen eines der größten Baumwollanbaugebiete der Erde. Die Ableitung des Wassers trägt aber auch zur Austrocknung des Aralsees bei, da jährlich 10-12 km3 Wasser aus dem Amu Darja entnommen werden, einem der zwei ehemals wichtigsten Zuflüsse des Sees.

Karakum-Kanal

Kastanozems

Böden der Kurzgrassteppe zwischen dem Verbreitungsgebiet der Halbwüstenböden und dem der Chernozems. Die Horizontfolge ist meist AhBC mit einem Mull-Ah, der jedoch kastanienbraun, von blockiger Struktur und nicht ganz so mächtig ist wie jener der Chernozems. Die Eigenschaften sind jenen der Chernozems ähnlich. Im Vergleich zu Chernozems und Phaeozems weisen sie einen etwas weniger mächtigen Ah-Horizont mir geringeren Humusgehalten (2-4 %) auf. Durch die milderen Winter ist die Bioturbation weniger intensiv und reicht nicht in die extreme Bodentiefe wie bei den Schwarzerden. Die geringere Niederschlagsmenge führt zu einer schlechten Profildurchwaschung. Sekundäre Kalkausscheidungen finden sich bereits in den oberen Profilbereichen (im Gegensatz zu den Schwarzerden). Bei gipshaltigem Ausgangsmaterial kann es zur Ablagerung von Gips im unteren Profilbereich kommen.
Es sind i.a. fruchtbare (Acker-)Böden mit im Vgl. zu den Chernozems und Phaeozems geringerem Wasserspeichervermögen, die extensive Weidewirtschaft erlauben, bei Bewässerung den Anbau von Baumwolle, Gemüse usw. Die geringeren Humusgehalte führen zu einer etwas schlechteren Aggregierung, wodurch eine stärkere Erosionsanfälligkeit besteht.
Karte der Verbreitung: http://www.fao.org/ag/agl/agll/wrb/wrbmaps/htm/kastano.htm

Kastanozem-Profil (Marokko)
Quelle:
http://www.geo.unizh.ch/bodenkunde/ allgemein/indexVorlesung.html

Klimaklassifikation

Die Klimaklassifikation ist eine typisierende Einteilung der Klimate nach bestimmten Kriterien. Man unterteilt die Klimaklassifikationen in wirkungsbezogene (effektive Klimaklassifikation) und ursachenbezogene (genetische Klassifikation) Verfahren. Am verbreitetesten ist die Köppen-Klimaklassifikation (vgl. Diercke Atlas Seite 223)

Kontinentalität

Eigenschaft des innerkontinentalen Klimas fernab größerer Wasserkörper. Die Kontinentalität zeigt sich unter anderem an einer niedrigen Luftfeuchtigkeit, einem verhältnismäßig geringen Bodenbedeckungsgrad und verringerten Niederschlägen bei einem Vorherrschen von Sommerniederschlägen. Deutlichstes Merkmal kontinentalen Klimas sind die großen täglichen und besonders jährlichen Temperaturschwankungen.

Konvektion

Eine durch das Aufsteigen erwärmter Luft verursachte vertikale Luftbewegung, die mit einem gleichzeitigen Absinken kälteren Luft in der Umgebung verbunden ist und zur turbulenten Durchmischung der Atmosphäre.

Kysylkum

Auch Qyzylqum (usbekisch Qizilqum), Wüste in Zentralasien, die in Südkasachstan und Nordusbekistan liegt. Der Name ist türkisch und bedeutet „Roter Sand”. 
Die Wüste erstreckt sich über etwa 300.000 Quadratkilometer südöstlich des Aralsees zwischen den Tälern der Flüsse Syr-Darja und Amu-Darja und ist überwiegend mit Sand bedeckt. Von der spärlichen Vegetation in der Wüste können einige Schafe, Kamele und Pferde leben. In der Qyzylqum wird Gold abgebaut und Erdgas gefördert.

Kysylkum-Wüste
Quelle:
http://www.geo.unizh.ch/bodenkunde/ allgemein/indexVorlesung.html

Latente Wärme

Von lat.: latere = verborgen sein; Wärmemenge, die bei der Phasenumwandlung, insbesondere bei Änderung des Aggregatzustandes eines gasförmigen, flüssigen oder festen Körpers, verbraucht oder freigesetzt wird.
In der Meteorologie wird damit die im Wasserdampf der Luft (durch Verdunstung an der Erdoberfläche) enthaltene potentielle Energie bezeichnet, die bei der Kondensation (Kondensationswärme) bzw. Sublimation (Sublimationswärme) des Wasserdampfs freigesetzt wird und in fühlbare Wärme übergeht; sie entspricht der gleichen Wärmemenge, die bei der Verdampfung von Wasser (Verdampfungswärme) bzw. beim Schmelzen von Eis (Schmelzwärme) verbraucht wird.

Lee

Bezeichnung für die windabgewandte Seite z.B. eines Gebirges.

Löß

Durch Wind (äolisch) verfrachtetes abgelagertes, gelblich braunes Lockersediment (Flugstaub).

Der in Mitteleuropa vorkommende Löß besitzt in der Regel folgendes Korngrößenspektrum: circa 10 bis 25 Prozent gehören der Tonfraktion (kleiner 0,002 Millimeter) an, 70 bis 80 Prozent liegen im Bereich der Schlufffraktion (0,002 bis 0,063 Millimeter). Der Rest von ungefähr 10 bis 15 Prozent ist Fein- (0,063 bis 0,2 Millimeter) und Mittelsand (0,2 bis 0,63 Millimeter). Die Zusammensetzung variiert je nach Herkunftsgebiet sehr stark. Hauptbestandteil ist immer Quarz (zwischen 60 und 70 Prozent). Daneben treten Glimmer, Feldspäte und Calciumcarbonat in wechselnden Anteilen auf.

Der in Mitteleuropa abgelagerte Löß stammt aus dem Pleistozän. Dort wurde er aus den vegetationslosen Schotter- und Sanderflächen ausgeblasen. Die Mächtigkeit der Ablagerungen und die Korngrößen nehmen mit der Entfernung zum Liefergebiet ab. Die Ablagerung erfolgt meistens vor Mittelgebirgsschwellen. Die Mächtigkeiten erreichen in Mitteleuropa maximal 40 Meter. Weitere große Lößgebiete gibt es in Nordamerika und in Asien. Aus den Wüsten Innerasiens werden auch heute noch bedeutende Lößmengen ausgeblasen und in Nordchina abgelagert. Demzufolge erreichen dort die Mächtigkeiten der Lößschichten mehrere hundert Meter.

Löß-Bodenprofil

An der Ablagerung ist meistens eine so genannte Fängervegetation beteiligt, in der Regel sind dies Steppengräser. Nach dem Absterben der Gräser bleiben deren Hohlformen im Sediment zurück und bilden senkrechte Kapillaren. Durch die vorübergehende Lösung und erneute Ausfällung von Calciumcarbonat werden einzelne Staubkörnchen umhüllt und verkittet. Dies bewirkt die hohe Stabilität mächtiger Lößschichten und erhält die Kapillarstruktur. Neben der daraus resultierenden, guten Wasserleitfähigkeit hat Löß weitere positive Eigenschaften. Durch die Zusammensetzung aus den verschiedensten Mineralen ist das Substrat äußerst nährstoffreich.

Bei der Verwitterung entsteht der so genannte Lößlehm. Erster Schritt ist eine von oben beginnende Entkalkung. Der in den oberen Horizonten gelöste Kalk fällt oft in tieferen Bereichen als Konkretionen aus; diese bis faustgroßen Gebilde werden als Lößkindl bezeichnet.

Die aus Löß entstandenen Böden – in Mitteleuropa Parabraunerden und Braunerden, in kontinentaleren Steppengebieten Asiens Schwarzerden (Tschernoseme) – gehören zu den fruchtbarsten Böden überhaupt. Sie sind nährstoffreich, durch den geringen Tongehalt leicht zu bearbeiten, verfügen über einen guten Wasser- und Wärmehaushalt und sind deshalb für die Landwirtschaft in allen Teilen der Welt von großer Bedeutung.

Wird Fluglöß durch fluviatile Erosion abgetragen und erneut abgelagert, spricht man von Schwemmlöß.

Karte Kaltzeitliche Lößablagerungen und die maximale Ausdehnung der polaren Eiskappe im kaspisch-aralischen Becken (Dateiname: KaspiAral_Loess) (Legende: gleicher Text, Quelle: Mainguet 1999)

Meniskus

Oberfläche einer Flüssigkeit in Kapillaren , deren Form durch die Oberflächenspannung bestimmt wird. Je kleiner der Kapillardurchmesser, um so größer ist diese. Sie entsteht aus dem Kräftegleichgewicht zwischen intermolekularen Kohäsionskräften des Wassers und den Adhäsionskräften zwischen Wasser und Kapillarwandungen.

Mesoklima

Mesoklima ist eine räumlich begrenzte Klimabesonderheit, die sich auf Einflüsse der Topographie zurückführen lässt und sich auf Areale von etwa 1 km bis 100 km Durchmesser bezieht; in diesen Größenordnungsbereich fallen vor allem Gelände-, Lokal-, und Stadtklima, teilweise auch das Landschaftsklima.
Nach Art der Messmethodik gehört das Mesoklima überwiegend zum Makroklima, je nach Aufgabenstellung werden aber auch mikroklimatische Meßmethoden angewendet.

nival

den Schnee(fall) betreffend

Okklusion

Begriff zur Bezeichnung einer gealterte Zyklone umschrieben wird. Unter einer Okklusion versteht man eine Front zwischen Warm- und Kaltluft, die nur noch in der Höhe vorhanden ist. Dabei wird die langsamere Warmfront aufgrund des Verlustes der Bewegungsenergie durch das Aufgleiten von der schnelleren Kaltfront eingeholt und angehoben.

Orographie

Beschreibende Darstellung des Reliefs ohne Berücksichtigung genetischer oder chronologischer Aspekte.

Osmoregulation

Die Fähigkeit von Lebewesen, in ihren Geweben und Körperflüssigkeiten einen bestimmten osmotischen Druck aufrechtzuerhalten. Osmoregulation ist Teil eines negativ rückgekoppelten physiologischen Funktionskreises zur Regulation des Wasser- und Elektrolythaushalts. Das Verhalten dieses Funktionskreises beruht auf zwei Gesetzmäßigkeiten: Zum einen besteht zwischen dem Raum in der Zelle (Intrazellulärraum) und dem Raum außerhalb der Zelle (Extrazellulärraum) kein osmotischer Gradient, d. h. aufgrund der Verteilung der osmotisch wirksamen Teilchen in diesen Räumen herrscht kein Druckunterschied. Zum anderen befinden sich in jedem Raum, auch Kompartiment genannt, im Mittel genauso viele positive wie negative Ladungen (Gesetz der Elektroneutralität). Diese Gesetze haben zur Folge, dass auf jede Bewegung osmotisch aktiver Elektrolyte, insbesondere Natrium, eine Bewegung von Wasser und umgekehrt folgt und dass bei jeder Verschiebung eines Ladungsträgers vom einen ins andere Kompartiment ein Ausgleich durch Verschiebung eines anderen Ladungsträgers geschaffen wird. Über das Natriumion ist der Wasser- mit dem Elektrolythaushalt gekoppelt.
Pflanzen sind in der Lage, auf ein verändertes qualitatives oder quantitatives Angebot an Wasser über Osmoseregulation zu reagieren. Neben den spezialisierten Halophyten begegnen auch die (nicht salztoleranten) Glykophyten in gewissem Rahmen dem Stress erhöhter oder veränderter Salzkonzentrationen im Substrat mit spezifischen Aktionen; hierzu gehören u.a. Ionenaufnahme in das Plasma oder Weiterleitung in die Vakuole, sowie die Synthese osmotisch wirksamer Proteine. Wassermangel kann durch Verringerung der Diffusion an den Spaltöffnungen sowie durch Turgorabsenkung, durch Wasseraustritt aus den Vakuolen vorübergehend kompensiert werden.

Osmose

Die Diffusion von Wassermolekülen durch eine semipermeable Membran aufgrund des Konzentrationsunterschiedes der gelösten Substanzen beiderseits der Membran.

osmotisches Potential

Syn. osmotischer Druck; Teilpotential des Wasserpotentials, das vorwiegend vom Salzpotential der Bodenlösung abhängt. Wichtig für die Wasser- und Nährstoffversorgung der Pflanzen, da sie Bodenlösung nur aufnehmen können, wenn im Zellinnern ein negativeres osmotisches Potential herrscht als im Boden.
Pflanzenwurzeln weisen i.d.R. Saugspannungswerte von 5.000 - 15.000 hPa auf und haben damit keine Probleme mit der Wasseraufnahme in Böden gemäßigter Klimate. Das osmotische Potential spielt deshalb besonders in Salzböden oder stark gedüngten Kulturböden eine Rolle, wo hohe Salzgehalte in der Bodenlösung zu einem begrenzenden Faktor werden können.
In Halophyten sinkt das osmotische Potential unter 10.000 hPa.

Pamir

Hochgebirge in Zentralasien, das zum größten Teil in Tadschikistan liegt und sich bis in den Nordosten Afghanistans und den Nordwesten Chinas hinein erstreckt. 
Der Pamir ist Teil des Pamir-Alaya-Systems, zu dem auch das Alaigebirge, die Peter I.-Kette und die Akademii Nauk-Kette gehören. Der höchste Berg des Pamir ist der Kongur Shan (7.719 Meter) in China, gefolgt vom Kulla Ismoil Somoni (bis 1998 Pik Kommunismus, 7.495 Meter) in Tadschikistan. Der Pamir stellt das Verbindungsglied zwischen den Gebirgszügen Tian Shan, Kunlun Shan, Karakorum und Hindukusch dar. Die Hochplateaus des Pamir werden von Nomaden bewohnt, die das Gebirge „Dach der Welt” nennen.

Phaeozems

Von griech.: 'phaios' = schwärzlich-grau, russ.: 'semlja' = Land Erde; graubraune Böden semiarider Klimate, oft aus äolischen Lockersedimenten entstanden. Typisch ist ein humusreicher Horizont, der im Gegensatz zum Chernozem kalkfrei ist, jedoch eine Basensättigung von über 50 % aufweist. Die pH-Werte betragen 5-7,5. Sekundäre Kalk- und Gipsanreicherungen kommen nicht vor. Typische Prozesse sind Entkarbonatisierung, Humusanreicherung und Verbraunung.
Phaeozems weisen eine sehr hohe biologische Aktivität auf. Rezente oder fossile Wühlgänge (Krotovinen) von steppenbewohnenden Bodenwühlern zeichnen sich oft bis in den C-Horizont als dunkle, humusreiche Nester und Gänge aus.
Ihre Horizontabfolge ist AhBvC oder Ah(E)BtC. Die Phaeozems sind typisch für die Waldsteppe, die Prärien Nordamerikas, Argentiniens und der südlichen GUS, jedoch auch in den Hochländern der Tropen. Phaeozems sind gute Böden, ihr begrenzender Faktor ist oft Wassermangel.
Karte der Verbreitung: http://www.fao.org/ag/agl/agll/wrb/wrbmaps/htm/phaeoz.htm

Primärproduktion

Die in einem bestimmten Ökosystem im Laufe eines Jahres durch autotrophe Organismen (Primärproduzenten) aus anorganischen Stoffen erzeugte Biomasse. Die Bruttoprimärproduktion (BPP) umfasst die gesamte Biomasse inklusive des Atmungsverlustes. Nach Abzug des Atmungsverlustes ergibt sich die Nettoprimärproduktion (NPP). Die terrestrische Nettoprimärproduktion wird auf 110-120 x 109 t Trockengewicht pro Jahr geschätzt, die marine Nettoprimärproduktion auf 50-60 x 109 t Trockengewicht pro Jahr.

Phaeozem

Quelle:
http://www.geo.unizh.ch/ bodenkunde/allgemein/ indexVorlesung.html

Regenfeldbau

Im Gegensatz zum Bewässerungsfeldbau die Form des Ackerbaus, bei der der zur Verfügung stehende Niederschlag alleiniger Feuchtigkeitsspender für das Wachstum der angebauten Feldfrüchte ist. Dabei ist deren jahreszeitliche Verteilung entscheidend. Die Grenze des Regenfeldbaus ist die Trockengrenze des Anbaus. Diese kann durch extensive Anbaumethoden, z.B. durch dry farming in Richtung der Trockengebiete verschoben werden.

Salzböden

Böden mit Anreicherung von wasserlöslichen Salzen (bes. Nitrate, Carbonate, Chloride, Sulfate der Alkali- und Erdalkalimetalle) auf der Bodenoberfläche bzw. im Ober- oder Unterboden. Dadurch steigt die elektrische Leitfähigkeit (electrical conductivity, EC) - auf 25 °C bezogen - im Sättigungsextrakt (=ECe) oft auf >15 dS/m (deziSiemens) im Oberboden bzw. auf >4 dS/m im Unterboden an.
Salzböden kommen im Bereich der Meeresküsten oder in Senken und Depressionen semiarider bis arider Binnenländer vor. Oft sind sie nach Regenereignissen überflutet und trocknen erst nach einiger Zeit aus. In Küstennähe stammen die Salze vom Meer; küstenfern gehen sie entweder auf salzhaltiges Grundwasser zurück, das kapillar aufsteigt, oder sie werden aus salzhaltigen Sedimenten des Einzugsgebiets durch Abspülung in die Senken verlagert oder eingeweht. An der Bodenoberfläche können sich regelrechte Salzkrusten bilden.
Salzbodentypen werden nach den ausgefällten Salzen und deren Konzentrationen im Boden eingeteilt, und zwar in Solonchak, Solonetz und Solod.
Nur noch Spezialisten unter den Pflanzen, die Halophyten können auf Salzböden wachsen. Für andere Pflanzen wirken hohe Salzkonzentrationen toxisch oder mindern ihr Wachstum, da Nährstoffe proportional in geringerer Menge verfügbar sind oder weil die Salzlösung mit ihrem hohen osmotischen Druck eine physiologische Dürre verursacht. Salzböden werden daher oft in ihrem natürlichen Zustand belassen und für extensive Weidewirtschaft genutzt. Agrarische Nutzung ist nur bei sehr sorgfältiger Bewässerungswirtschaft möglich oder in humideren Gebieten mit dem Anbau von salztoleranten Pflanzen wie Reis, Rispenhirse oder Palmen, ferner Futterpflanzen (Alfalfa) und salztoleranten Bäumen.
Die heutige weite Verbreitung der Salzböden ist vielfach eine Folge menschlichen Missmanagements, vor allem im Bewässerungsfeldbau.
vgl. die FAO Problem Soil Database (http://www.fao.org/ag/agl/agll/prosoil)

Salzkrusten

Verhärtungen vor allem im Unterboden aber auch an der Oberfläche von Salzböden durch die Anreicherung von leicht löslichen Salzen, Gips oder Calciumkarbonat.

Salznatriumböden

Salzböden mit hohen Gehalten an austauschbarem Natrium.

Salzmelioration

Bodenverbesserungsmaßnahme zur Beseitigung von Salzanreicherungen in Böden arider und semiarider Klimate. Dazu zählen

  1. Tiefumbruch bei Salzkrusten
  2. Auswaschen der Salze mit salzarmem Wasser - nur möglich bei tiefliegendem Grundwasserspiegel, andernfalls steigen die Salze bei Trockenheit mit dem aufsteigenden Kapillarwasser wieder zur Bodenoberfläche hoch
  3. periodisches Überstauen der Felder mit salzarmem Wasser, das nach einiger Zeit, wenn sich genügend Bodensalze darin gelöst haben, wieder abgeleitet wird.

Salzsee

Abflussloser See in Trockengebieten. Durch hohe Verdunstung können sich die mit den Zuflüssen in für Süßwasser normaler Konzentration zugeführten Salze in den abflusslosen Seen stark anreichern. Der Umfang dieser auch Endsee genannten Gewässer ist stark schwankend und hängt von Wasserzufluss, Niederschlag und Verdunstung ab. Im Extremfall erreichen die Salze Sättigungskonzentrationen und fallen aus, wobei Salzgesteine (Evaporite) entstehen. Der See trocknet zumindest temporär aus. Vorherrschend ist Kochsalz, daneben kommt es zur Ausfällung zahlreicher Edelsalze. Wenn Natriumverbindungen dominieren, spricht man von Natronseen (z. B. im Natrontal Wadi an-Natrun in Unterägypten, bei Boraxanreicherung von Boraxseen (z. B. im Iran, in Tibet oder in Kalifornien). Die Salzlagerstätten werden vielfach abgebaut und stellen somit mitunter einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar. Den höchsten Salzgehalt hat das Tote Meer im Nahen Osten, gefolgt vom Großen Salzsee in den Vereinigten Staaten. Der größte Salzsee der Erde ist der Eyresee in Australien.

Salar von Uyumi (Bolivien), Polygonstrukturen

Quelle: http://www.titicaca.com/servadve.htm

Salztonebene

Flache, ausgedehnte Depression, oft am unteren Ende von Gebirgsfußflächen. Hangaufwärts folgen das schotter- und sandführende Glacis sowie das Pediment. Die tonigen, salzhaltigen Bodensedimente trocknen im Sommer stets aus und bilden breite Trockenrisse in einer harten Oberfläche. In der jeweiligen Regenzeit kann die Salztonebene vorübergehend in einen unpassierbaren Salz-/Tonsumpf oder flachen Salzsee umgewandelt werden. Ihrer globalen Häufigkeit entsprechend besitzt dieser Landschaftstyp u.a. folgende regionale Bezeichnungen: Bajir (Innerasien), Kevir (Iran), Schott oder Sebcha (Nordafrika), Salar (Südamerika), Playa (SW-USA).

Trockenrisse in einer Salztonebene der Atacama

Salzwüste

Vegetationsarme Stellen im Bereich abflussloser Senken oder Salzseen in temporär oder permanent (semi-)ariden Gebieten. Als Folge der Verdunstung nach episodischen Überflutungen kommt es zu einer Anreicherung der zurückbleibenden Salze. Nur wenige Pflanzen sind in der Lage die extrem hohen Salzgehalte (elektrische Leitfähigkeit in der Bodenlösung beträgt mehr als 15 dS/m) zu tolerieren. In der Flora der Salzwüsten dominieren Pflanzen aus der Familie der Gänsefußgewächse. Die typischen Bodentypen sind die Salzböden, Solonetz, und Solonchak.

Schott Djerid (Tunesien)
Serosem

Syn. russische Grauerde; lithomorpher, silikatischer Ah – C-Boden der Halbwüsten und Wüsten mit abgrenzbarem A-Horizont. Meist Rohböden der Wüste (Yerma), deren A-Horizont nur eine geringe organische Substanz (1-3 %) enthält. Charakteristischer Boden in der Aralsee-Region.

Sibaralprojekt

Gegenwärtig ruhendes technisches Großprojekt zur Zuleitung von Süßwasser aus sibirischen Großflüssen in den Aralsee.

Karte Mögliche ökologische Auswirkungen des Sibaral-Projekts (INTLINK) (Dateiname: "Sibaralprojekt") (Legende: Gleicher Text, Quelle: Stadelbauer 1996)

Solod

Syn. Steppenbleicherde; Böden mit der Horizontfolge Ah – E – Btn – Gz, die sich durch verstärkte Ton- und Humusverlagerung und Salzauswaschung aus Solonetzen entwickeln, insofern als degradierte Salzböden bezeichnet werden. Typisch ist das ungünstige Säulengefüge. Solods treten häufig in Senken auf.

Solod-Bodenprofil

Quelle: http://quarles.unbc.ca/ nres/soc/soc.htm

Solonchak

Von russ.: 'sol' = Salz und 'chak' = salziges Gebiet; zu den Salzböden gehörender Bodentyp semiarider bis arider Klimate, der vorwiegend entlang der Meeresküsten sowie in Senken vorkommt. Seine Horizontfolge ist häufig AhzGz bzw. AhzBzGz. Solonchaks entstehen beispielsweise durch aszendente Salzzufuhr mit dem Kapillarwasser aus salzreichen Grundwässern, die vor allem Chloride, Carbonate, Sulfate und Nitrate von Na, Ca und Mg sowie deren Mischformen enthalten. Statt aus dem Grundwasser können die leicht löslichen Salze auch eingeweht oder durch  Schichtfluten eingespült werden. Der Salzgehalt im Boden beträgt i.d.R. >0,3 %.
Bei wechseltrockenem Klima werden Salze im Profil umverteilt. In der Trockenperiode steigen sie mit dem Kapillarwasser auf und bilden nach der Verdunstung helle Salzkrusten an der Oberfläche. Bei Regen werden sie wieder gelöst und in den Untergrund verlagert. Für den kapillaren Aufstieg ist eine feine Textur Voraussetzung.
Karte der Verbreitung: http://www.fao.org/ag/agl/agll/wrb/wrbmaps/htm/soloncha.htm

Eigenschaften und Nutzung:

Oberfläche eines Solonchak mit Salzkruste

Profil eines Solonchak

Quelle: http://www.geo.unizh.ch/bodenkunde/ allgemein/indexVorlesung.html

Solonetz

Von russ: 'sol' = Salz und 'etz' = stark entwickelt; Bodentyp (semi)arid-gemäßigter und subtropischer Klimate mit der Horizontfolge ABtnG oder AEBtnG, wird zu den Salzböden gerechnet und entsteht häufig durch Entsalzung aus Solonchaks, z.B. nach Grundwasserabsenkung oder infolge höherer Niederschläge. Ausgangsgesteine sind meist Lockersedimente.
Solonetze haben einen hohen Na-Gehalt. Die pH-Werte liegen wegen des hohen Na-Gehalts meist über 8,5 (bis gegen 11). Im Gegensatz zu den anderen Kationen wirkt Na dispergierend, wodurch Tone und organische Substanz in Poren verlagert werden können und diese schließlich verstopfen (Verschlämmung). Im feuchten Zustand entsteht eine dichte und breiige Bodenmasse, die im trockenen Zustand oft betonähnlich hart und mit starken Schwundrissen durchsetzt ist. Durch Quellungs- und Schrumpfungsprozesse entsteht ein typisches Säulengefüge.
Solonetze entstehen im Bereich stark Na-haltiger Grundwässer oder durch Entsalzung natriumreicher Solonchaks infolge Humiditätszunahme oder Grundwasserabsenkung.
Natriumböden eignen sich nicht als Kulturpflanzenstandorte. Falls sich im Unterboden ein karbonatreicher Horizont befindet, kann ein Tiefpflügen zu verbesserten Bodeneigenschaften führen (Calcium ersetzt Natrium).
Karte der Verbreitung: http://www.fao.org/ag/agl/agll/wrb/wrbmaps/htm/solonetz.htm

Teilprofil eines Solonetz mit sehr hartem Bnt-Horizont in Säulenstruktur

Quelle: http://www.geo.unizh.ch/bodenkunde/ allgemein/indexVorlesung.html

Profil eines Solonetz

Quelle: http://www.geo.unizh.ch/bodenkunde/ allgemein/indexVorlesung.html

Steppe

Eine überwiegend baumlose, offene Pflanzenformation der außertropischen Klimazonen, die sich aus meist sehr trocken- und kälteresistenten Gräsern und Stauden zusammensetzt und die einen jahreszeitlich bedingten Aspektwechsel aufweist. Typische Steppenpflanzen sind auch hochwüchsige Stauden, Knollen- und Zwiebelgewächse.

Steppengebiete findet man in den Subtropen als Übergangsbereich zu den Wüsten und in den kontinentalen Gebieten der gemäßigten Zonen. In Eurasien beispielsweise zieht sich der geschlossene Steppengürtel in W-O-Richtung durch die Ukraine bis in das Vorland des Altai.

Steppe in der östlichen Mongolei

Quelle: http://www.tumennet.mn/ images/steppeeastern.jpg

Steppenböden

Weit verbreitete Gruppe von Böden der sommertrockenen, winterkalten Kontinentalklimate. Sie sind für Wald zu trocken; im feuchten Frühjahr entwickelt sich eine üppige Gras- und Kräuterflora, die in den niederschlagsarmen Sommermonaten jedoch verdorrt. Die Streu wird großteils von der Bodenfauna in den vielfach mächtigen Ah-Horizont eingearbeitet. Die kalten Wintermonate hemmen die Mineralisation der organischen Substanz, so dass es zur Humusakkumulation kommt.
Steppenböden reagieren meist schwach sauer bis schwach alkalisch. Mit zunehmender Aridität nimmt der kapillare Aufstieg aus dem Grundwasser zu und damit die Neigung zu Salzausscheidungen in immer höhere Lagen des Bodenprofils. Je nach Löslichkeit fallen von oben nach unten folgende Salze aus: Carbonate/Gips/Na-Salze.
Zu den Steppenböden zählen (von arid nach humid): Castanozems , Chernozems und die trockenen Varianten der Phaeozems.

Strahlungsbilanz

Differenz zwischen der von oben und der von unten auf eine Fläche einfallenden Strahlung, insbesondere die Strahlungsbilanz des Systems Erde – Atmosphäre. Setzt man den an der Obergrenze der Atmosphäre einfallenden solaren Strahlungsenergiefluss mit 343 Wm-2 gleich 100 % an, so ergibt sich im globalen jährlichen Mittel folgendes Bild: Auf dem Weg durch die Lufthülle der Erde werden nach neueren Berechnungen 30 % der Sonnenstrahlung infolge Reflexion und Streuung in der Atmosphäre und am Erdboden wieder in den Weltraum zurückgestrahlt (Erdalbedo); 19 % werden von der Atmosphäre absorbiert. Die Erdoberfläche empfängt insgesamt 51 % der extraterrestrischen Sonnenstrahlung, davon 28% als direkte Sonnenstrahlung und 23 % als (diffuse) Himmelsstrahlung, die sie absorbiert und in Wärme umwandelt.
Durch die langwellige (infrarote) Ausstrahlung der Erdoberfläche tritt sofort wieder ein Wärmeverlust ein, dessen Betrag 98 % des einfallenden mittleren Strahlungsenergieeinflusses der Sonne entspricht; jedoch wird diese terrestrische Strahlung fast vollständig von Wasserdampf, Kohlendioxid und anderen Spurengasen in der Atmosphäre absorbiert (92 %) und als atmosphärische Gegenstrahlung zur Erdoberfläche wieder zurückgestrahlt (77 %). Die effektive Ausstrahlung der Erdoberfläche beträgt daher nur 21 %, so dass ihr ein effektiver Energiegewinn von 30 % verbleibt (positive Strahlungsbilanz).
Die Atmosphäre gewinnt im kurzwelligen Bereich 19 % und verliert im langwelligen Bereich durch eigene Ausstrahlung nach oben und unten 49 %; sie weist daher eine negative Strahlungsbilanz (-30 %) auf. Der Ausgleich des effektiven Energiegewinns der Erdoberfläche und des effektiven Energieverlustes der Atmosphäre wird durch die turbulenten Flüsse fühlbarer Wärme (Konvektion) und latenter Wärme (Verdunstung) herbeigeführt, durch die 7 bzw. 23 % (zusammen 30 %) vom Erdboden in die Atmosphäre transportiert werden. Auf diese Weise herrscht für das System Erde – Atmosphäre im globalen Jahresmittel ein Strahlungsgleichgewicht.

Vereinfachte Darstellung der Strahlungsbilanz

Substrat

Substrat umfasst eine Vielzahl von Bedeutungen. In der Bodenkunde bezeichnet Substrat bzw. Ausgangssubstrat die Substanz, die schon vor Einsetzen der Bodenbildung vorhanden war, aus welcher der Boden hervorgegangen ist, bzw. hervorgeht. Schwierigkeiten der Abgrenzung entstehen, wenn während der Bodenbildung frisches Material (insbesondere Löss) auf dem Boden abgelagert und möglicherweise sogar in ihn eingemischt wird. In der Geomorphologie steht Substrat für mobilisierbare Körner. In der Biologie bedeutet Substrat Nährboden (in der Natur ist das in der Regel der Boden, auf dem die Pflanze wächst). In der Geologie bezeichnet man mit Substrat einen Gesteinskörper, der unmittelbar unter einem anderen liegt. In der Hydrologie versteht man unter Substrat organische Nährstoffe für das Wachstum von Mikroorganismen und Plankton.

Sukkulenten

Wasser speichernde Pflanzen, z. B. aus Wüstengebieten, deren Stamm oder Blätter dickfleischig und so angelegt sind, dass sie Wasser zurückhalten und die Verdunstung minimieren. Sukkulente Pflanzen werden normalerweise in Gegenden mit wenig Niederschlägen oder auf salzhaltigen Böden angetroffen. Sie besitzen im Allgemeinen lange Wurzeln, um eine größtmögliche Wassermenge aufsaugen zu können. Bekannte Sukkulenten sind Kakteen, sie haben keine oder nur kurze, dornige Blätter und speichern in ihrem „Stamm” viel Flüssigkeit. Auch Agaven und Aloen sammeln Wasser in ihren Stämmen.

Syr-Darja

Auch Syrdarja, Syrdariya; Fluss in Zentralasien, der durch das Zusammenfließen von Naryn und Kara-Darja im Ferganabecken in Usbekistan entsteht. Er war neben dem Amu-Darja bis zu ihrem Versiegen der einzige weitere Zufluss des Aralsees. Seine Länge beträgt 2.212 km, mit dem Naryn aus dem Tian Shan, seinem längsten Zufluss im Oberlauf gerechnet, 3.019 km. Sein Einzugsbereich umfasst 219.000 km2.  Der Flusslauf endet nach mehrfacher Aufstauung im nördlichen Bereich des Aralsees. Der Syr-Darja bildet die nördliche und östliche Grenze der Wüste Kysylkum. Seine geringe Wassertiefe macht ihn weitgehend ungeeignet für die Schifffahrt, aber sein Wasser wird zur Bewässerung ausgedehnter Baumwollfelder und zur Gewinnung von hydroelektrischer Energie genutzt.
Der Syr-Darja erleidet starke Verdunstungsverluste und wird von der Landwirtschaft verschmutzt.

Syr-Darja südlich Baikonur

Quelle:
http://www.friends-partners.org/ mwade/ nails/s/syrdarya.jpg

Takyr

Tonboden in ariden Ökosystemen, oft salzig, der durch die Sedimentation feiner Partikel entsteht (Ton, Lehm, Feinsand). Zum Teil sind Kalk- und Gipskrusten anzutreffen, in der Trockenzeit polygonale Spaltennetze. Der Humusgehalt beträgt 0,5-0,7 %. Typisch für innermontane Wüstengebiete. Landwirtschaftlich sind die Takyr-Böden nur bedingt geeignet.

Takyrboden

Quelle: http://www.grida.no/.../turkmen/ soe2/english/ecology/soilp.htm

terrestrische Strahlung

Von lat.: terrestris = die Erde betreffend; Die von der Temperatur abhängige langwellige (infrarote) Ausstrahlung der Erde im Wellenlängenbereich von etwa 3,5 µm bis etwa 100 µm.
Bei einer mittleren Oberflächentemperatur der Erde von 15°C (288 K) entspricht das Energiespektrum der terrestrischen Strahlung angenähert dem eines schwarzen Körpers von gleicher Temperatur. Das Energiemaximum befindet sich bei etwa 10 µm (im Bereich des großen atmosphärischen Fensters).
Die Ausstrahlung in den Weltraum wird durch die atmosphärische Gegenstrahlung gemindert, die vor allem auf Reemission der teilweise von Wasserdampf und Kohlendioxid absorbierten terrestrischen Strahlung beruht. Die atmosphärische Gegenstrahlung bewirkt, dass bei wolkenlosem Himmel nur im Wellenlängenbereich von 8,5 bis 13 µm eine Ausstrahlung in den Weltraum erfolgt.

Tian Shan

Auch Tienschan, großes, in mehrere Gebirgsketten und -becken gegliedertes Gebirgssystem in Zentralasien, das sich vom Pamir bzw. der Alaikette aus in nordöstlicher Richtung anschließt; er trennt die Wüste Kysylkum in Usbekistan und die weiten Steppengebiete in Kasachstan – beide im Nordwesten – sowie die Dsungarei in China im Norden vom südlich angrenzenden Tarimbecken. Der Tian Shan erstreckt sich vorwiegend auf die Gebiete von Kirgisistan, den Südosten von Kasachstan und den Nordwesten von Xinjiang Uygur (Sinkiang), einer autonomen Region in China. Der Name Tian Shan bedeutet im Chinesischen „Himmelsgebirge”. Das Gebirgssystem hat eine Länge von etwa 2 500 Kilometern und eine Breite von etwa 400 Kilometern; er bedeckt insgesamt eine Fläche von ungefähr 1.036.000 Quadratkilometern. Die bedeutendsten Flüsse des Tian Shan, u. a. der Syr-Darja, der Ili (auch Yili) und der Chu, fließen nach Westen ab. Im Grenzgebiet von Kasachstan, Kirgisistan und China befinden sich eine Reihe sehr hoher Berge, darunter vor allem der Pik Pobeda, mit 7.439 Metern der höchste Gipfel im Gebirge.

Tiefland von Turan

Flachland in Mittelasien zwischen der Ust-Urt-Platte mit den Hügel- und Berglandschaften um den Kara-Bogas-Gol im W, dem Kopet-Dag im S, den Bergsystemen Mittelasiens im SE, dem Kasachischen Faltenland und der Turgai-Platte im Ne und N. Das Tiefland von Turan stellt vorwiegend flache, bis an den Aralsee reichende Wüstenlandschaften dar, in die die Ströme Amu-Darja, Syr-Darja, und Turgai eingebettet sind. Große Flächen werden von den Wüsten Kysylkum und Karakum eingenommen.

Transpiration

Abgabe von Wasser in Form von gasförmigem Wasserdampf, z.B. von Pflanzen.

Trockene Mittelbreiten

Die Trockengebiete der Erde bedecken ein Drittel des Festlandes. Mehr als die Hälfte dieser Gebiete liegen zwischen dem 15ten und 35sten Breitengrad und gehören damit zu den tropisch/subtropischen Trockengebieten.

Die Trockenen Mittelbreiten, die in einigen Gebieten bei rein thermischer Abgrenzung (s.u.) direkt an die tropisch/subtropischen Trockengebiete polwärts anschließen, reichen ca. vom 35sten bis zum 55sten Breitengrad. Insgesamt umfassen die Trockenen Mittelbreiten eine Fläche von 16,5 Mio km2, was 11,1 % des Festlandes der Erde entspricht. Bei Heranziehung hygrischer Kriterien, z.B. dem Niederschlagsgang, wird eine eindeutige Zuordnung gerade im Falle Turans mit seiner Sommertrockenheit umstritten.

Zu den Trockenen Mittelbreiten gehören:

Alle Trockengebiete haben folgende Eigenschaften gemeinsam:

Schultz (2000) grenzt die Trockenen Mittelbreiten gegenüber den Nachbarzonen wie folgt ab: Zu den Feuchten Mittelbreiten und zur Borealen Zone wird die Grenze dort erreicht, wo in der für das Pflanzenwachstum ausreichend warmen Jahreszeit (alle Monate mit tmon 5 °C) über 200 mm Regen fallen und mehr als 4 Monate humid sind. Tropisch/subtropische Trockengebiete beginnen jeweils dort, wo die winterliche Abkühlung so gering wird, dass thermische Restriktionen für den Pflanzenwuchs entfallen, d.h. wo die Mitteltemperatur des kältesten Monats nicht mehr unter +5 °C absinkt und die sommerliche Erwärmung im Mittel in mindestens 5 Monaten +18 °C überschreitet.

Troposphäre

Unterste Schicht der Atmosphäre, die durch turbulente Durchmischung als Folge konvektiver Prozesse bis zu ihrer Obergrenze (Tropopause) gekennzeichnet ist.

Tugai-Wälder

Dichte, natürliche Waldformation des Amu Darja-Deltas bestehend aus Schilf, Rohrkolben sowie Ulmen, Weiden, Eschen, Ahornbäumen und Pappeln, die heute nur noch im nördlichen Teil und entlang des Amu Darja in Resten besteht. Tugai-Wälder haben eine große Bedeutung für Wasserhaushalt, Ökologie, Wirtschaft und menschliche Gesundheit.

Tugai-Wald

Quelle: http:// www.grida.no/ enrin/htmls/tadjik/ soe2/photo/photo10.jpg

Unterboden

1. Agrarökologie: Aus ackerbaulicher Sicht handelt es sich beim Unterboden, um den Bereich des Bodenprofiles, der nicht ständig mechanischen Eingriffen durch Maßnahmen der Bodenbearbeitung ausgesetzt ist.
2. Bodenkunde: Bodenraum mit pedogenen Merkmalen, der sich zwischen Oberboden (Krume) und Untergrund (Ausgangsgestein) befindet. Der Unterboden unterliegt langfristigen Veränderungen durch Verwitterung. Prozesse der Bodenentwicklung können zur Verbauung, Versauerung, Lessivierung, Podsolierung oder Vergleyung führen.

Welkepunkt, permanenter

Abk. PWP; wichtiger Parameter des Bodenwasserhaushalts, der denjenigen Wassergehalt des Bodens kennzeichnet, bei dem Pflanzen welken, ohne ihre Turgeszenz nach Wiederbefeuchtung des Bodens oder in wasserdampfgesättigter Luft wiederherstellen zu können. Beim PWP erreicht die Wasserspannung in den Bodenkapillaren einen Wert, oberhalb dessen Pflanzenwurzeln i.d.R. kein Bodenwasser mehr aufnehmen können.
In ariden Gebieten gibt es unter den Pflanzen jedoch Spezialisten, die auch bei höherer Wasserspannung noch Wasser aufnehmen können.

Westwindzone, außertropische

Syn. ektropischer Westwindgürtel, West(wind)drift; eine im Mittel zwischen 35-60 ° Breite auf beiden Hemisphären näherungsweise breitenkreisparallel auftretende Zone, in der von W nach O gerichtete Luftströmungen hoher Windgeschwindigkeit in allen Höhenniveaus ganzjährig dominieren.

Wüste

Gebiet der Erde, das durch geringe bis fehlende Pflanzendecke gekennzeichnet ist, bei der Trockenwüste bedingt durch Wassermangel, bei der Kälte- und Hochgebirgswüste durch Wärme- und z.T. Wassermangel und bei der nur bedingt zugehörigen Eiswüste durch eine Eisschildbedeckung. Je nach Grad der Vegetationsbedeckung wird von der Voll- oder Halbwüste gesprochen. Weiterhin können nach den Substrattypen Lehmwüste, Salz(ton)wüste, Sandwüste, Geröllwüste und Hamada (Steinpflaster) unterschieden werden.
Nach den vorwiegenden Ursachen der Aridität werden unterschieden:

Wüstenböden

Böden der Wüsten und Halbwüsten. In den verschiedenen Bodenklassifikationen als Yerma , Yermasols , Xerosols , Aridisols bezeichnet. Gemeinsame Merkmale der Wüstenböden, nach dem Grad der Aridität differenziert, sind die klimabedingt geringe chemische Verwitterung und Mineralumwandlung des Substrats und damit geringe Bodenmächtigkeit und Bodenentwicklung bei hohem mineralischen Nährstoffgehalt. Wegen der spärlichen Vegetation sind Humus- und organischer Nährstoffgehalt sehr gering. Hohe Verdunstungsraten und dadurch bedingte aufsteigende Wasserbewegung bei seltener Durchfeuchtung führen zur Nichtauswaschung und/oder Anreicherung von Salz, Gips oder Kalk in getrennten Horizonten. Horizontbildung durch abwärts gerichtete Lessivierung kommt nicht vor. Tonminerale können vererbt sein oder ebenso wie Eisen, Kalk und Salze durch Staubeintrag in die Böden gelangen und so Salinität und pH-Wert verändern.

Xerosols

Ältere, in der aktuellen Nomenklatur nicht mehr verwendete Bezeichnung der FAO-Bodenklassifikation für schwach entwickelte, flachgründige Böden der Halbwüste mit mittelhumosem A-Horizont. Sie fallen heute nach der FAO-Klassifikation und der WRB-Klassifikation in die Bodenklassen Calcisols oder Gypsisols bzw. der Bodenordnung der Aridisols nach der US-amerikanischen Soil Taxonomy.

Yerma

Von span. yermo = Wüste; sehr schwach entwickelte, graue, nahezu humusfreie, lithomorphe Mineralböden (Rohböden) der Wüsten und Halbwüsten mit überwiegend physikalischer Verwitterung.

Yermosols

Ältere, in der aktuellen Nomenklatur nicht mehr verwendete Bezeichnung der FAO-Bodenklassifikation für sehr schwach entwickelte, graue Böden der Vollwüste mit annähernd humusfreiem, initialem A-Horizont. Sie werden heute nach der FAO-Klassifikation und der WRB-Klassifikation den Bodenklassen der Calcisols oder Gypsisols bzw. der Bodenordnung der Aridisols nach der US-amerikanischen Soil Taxonomy zugeordnet.

zonal

Der Begriff 'zonal' wird im Zusammenhang mit physiogeographischen Erscheinungen verwendet, die für einen Landschaftsgürtel charakteristisch sind und in dessen rezentem exogenen Wirkungsgefüge begründet liegen. So sind z.B. immergrüne Regenwälder die zonale Vegetation, Ferralsole und Acrisole die zonalen Böden der immerfeuchten Tropen.

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Quellen:

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Anhang:

Globale Süßwasser-Ressourcen

  • Gletscher und Inlandeis
  • Grundwasser
  • Feuchtgebiete, große Seen, Stauseen und Flüsse

 

Verfügbarkeit von Süßwasser im Jahre 2000

  • Durchschnittliche Abflussmengen der Flüsse
  • Grundwassererneuerung

Quelle:
http://www.unep.org/vitalwater

 

 

Wasserknappheit in den Jahren 1995 und 2025

  • Wasserentnahme in Prozent der verfügbaren Menge
  • Anzahl der unter Wasserknappheit leidenden Menschen

Quelle:
http://www.unep.org/vitalwater