BAUMWOLLE



INHALT


DEFINITION


Die Baumwolle ist das Samenhaar der Pflanze Gossypium (lat.). Sie ist der mit Abstand wichtigste textile Rohstoff. Neben den Fasern liefert die Baumwollpflanze zwei weitere Rohstoffe: Öl und Saatkuchen.

Baumwollpflanze Q.: Bock, D., MPIZ





DIE PFLANZE

    Botanische Merkmale

Genetische Heimat:





DIE NUTZUNGSGESCHICHTE DER BAUMWOLLE

Aus Wildarten mit kurzen Samenfasern wurden im Verlaufe einer etwa 4.000-jährigen Domestikation Typen selektiert, die ihre Urformen an Faserqualität und Faserlänge um ein Vielfaches übertreffen. In Mittel- und Südamerika haben sich die beiden wirtschaftlich bedeutendsten tetraploiden Kulturarten Gossypium hirsutum (Upland-Baumwolle) und Gossypium vitifolium (Sea Island-Baumwolle mit 2-4 cm langen Samenhaaren aus den diploiden afrikanisch-asiatischen und amerikanischen Wildarten entwickelt.

Als ältester Fund gelten auf 5.800 v. Chr. datierte Kapselfragmente in einer Höhle im mexikanischen Tehuacán-Tal. In Pakistan wurden Baumwollgewebe und -schnüre in einer ausgegrabenen Silbervase gefunden, datiert auf ca. 3.000 v. Chr. Verbreitet war die Nutzung der Baumwolle auch von Ureinwohnern Nord- und Südamerikas, von Chinesen und Ägyptern.

Bei ihren Eroberungszügen brachten Sarazenen und Araber die Baumwolle um ca. 1.000 n.Chr. nach Sizilien und Südspanien, also nach Europa. Hier spielte sie sehr lange eine unbedeutende Rolle neben den Textilien aus Leinen, Wolle und Seide. Bereits 1607 wurde Baumwolle als eine der ersten Kulturpflanzen in der Kolonie Jamestown angepflanzt. Zu Beginn des 18. Jh. begann Nordamerika aus indischem Saatgut Baumwolle systematisch anzubauen. 1753 wurde erstmals an der Londoner Warenbörse Baumwolle aus Carolina angeboten.

Trotzdem nahm die Baumwolle im Welthandel weiterhin einen bescheidenen Platz ein, denn die Gewinnung und Verarbeitung (v.a. Entkörnung) dieser Faser war damals mühsame Handarbeit, der man auf den Plantagen der Neuen Welt durch einen großen Einsatz von Negersklaven beizukommen suchte.

Die Mechanisierung leitete den Siegeszug der Baumwolle ein. James Hargreaves konstruierte 1764 die erste Spinnmaschine mit mehreren Spindeln und benannte sie nach seiner Tochter "Spinning Jenny". Edmund Cartwright erfand 1785 die erste Webmaschine. Als 1793 auch noch die Entkörnungsmaschinen ("gin") erfunden und die Baumwollfasern in Entkörnungs-(Egregier-)Anstalten mechanisch von den Samen getrennt werden konnten, stieg die Produktion steil an, Hand in Hand mit der Anzahl der Anzahl der Sklaven. Bevölkerungsanstieg, Industrialisierung und Kolonisierung trugen ebenfalls zu ihrer Entwicklung zu einer Weltwirtschaftspflanze bei. Gleiches gilt für ihre besonderen Eigenschaften wie Festigkeit, Faserlänge, Spinnbarkeit und gute Anfärbbarkeit.

Für den Handel der Baumwolle wurde 1781 in New Orleans (USA) eine eigene Börse gegründet. Fast gleichzeitig entstanden Baumwollbörsen in den wichtigen Seehäfen New York, Liverpool und Bremen. Viele andere Handelszentren der Welt folgten dem Beispiel. Um 1900 beherrschte Baumwolle den Welttextilmarkt mit einem Anteil von 80 %. Baumwolle wird heute in rund 80 Ländern der Erde auf etwa 36 Mio ha Ackerfläche angebaut. Das entspricht weniger als 1 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche der Welt.

Negativschlagzeilen macht der Baumwollanbau durch ökologisch unangepasste Methoden, die vor allem in Zentralasien zu verheerenden Schaderscheinungen führen (Aralsee-Syndrom).(Intlink)

Nicht nur die Fasern, auch die davon abgetrennten Baumwollsamen werden genutzt. Dies gilt sowohl für die Samen selbst, wie auch für die an den Kernen haftenden, nicht verspinnbaren Fäserchen (Linters).

Weltwirtschaftlich gesehen hat die Baumwolle für die Wirtschaften weniger entwickelter Länder besonderes Gewicht.
Zu den aktuellen Zuchtzielen gehören die Anhebung des Faserertrages, die Frühreife, die maschinelle Erntbarkeit, die Verbesserung der Resistenz gegen Krankheiten und Schädlinge sowie die Qualitätsverbesserung hinsichtlich Länge, Feinheit und Elastizität der Fasern. Daneben wird ein hoher Ölgehalt und die Verminderung von Gossypol, einem giftigen Polyphenol im Samen angestrebt.

Kernquellen:
Die Baumwolle (Cotton Service Büro Dieter Frank, Ffm)
http://www.mpiz-koeln.mpg.de/~pr/garten/schau/Gossypium/
Baumwolle.html (25.04.02)

Stich einer Spinning Jenny, T.E. Nicholson (1835)

Zeichnung einer Version von Cartwrights mechanischem Webstuhl (power loom)

Entkörnungsmaschine für Baumwolle (cotton gin) von Eli Whitney; Originalmodell aus dem frühen 19. Jh.

Sklavenarbeiter bei der Befüllung einer cotton gin. Die Mechanisierung des Entkörnungsvorganges
erlaubte eine verstärkte Verwendung von Sklaven auf den Feldern zur Ernte.

"Upland Cotton" (1879) von Winslow Homer (1836-1910)

Sklaven bei der Baumwollernte



Pressen von Baumwollballen
Gemälde von C. Cullen 1871

Herrenhaus in den Südstaaten





GESTALT DER BAUMWOLLPFLANZE:

 

 

Teile der Baumwollpflanze

Baumwollblüte

 



ANSPRÜCHE DER BAUMWOLLPFLANZE:



ENTWICKLUNG DER BAUMMWOLLPFLANZE:

Baumwollsamen

Geschlossene Baumwollkapseln

Aufgesprungene Baumwollkapsel

Keimung und Sämlingsentwicklung der Baumwollpflanze

Wurzelentwicklung der Baumwollpflanze

Wachstumsstadien




DIE NATÜRLICHEN EIGENSCHAFTEN DER BAUMWOLLFASER

Die Rohbaumwolle besteht zu etwa 94 % aus Zellulose und enthält darüber hinaus kleine Mengen Wasser, Protein, Zucker, Mineralsalze usw.
Die Baumwollfasern sind einzellige Haare, die sich aus den äußeren Epidermiszellen der Samenschale bilden. Sie sind bandartig abgeflacht, in sich schraubig verdreht und besitzen eine meist kräftige Zellwand. Im Inneren der Faser befindet sich ein als Lumen bezeichneter Hohlraum. Mikroskopisch betrachtet baut sich die gewachsene Zellulosefaser der Baumwolle etwa wie ein Baumstamm mit seinen Jahresringen auf, nur, dass es sich bei der Baumwolle um Tagesringe handelt. Man spricht von einem schichtweisen und fibrillösen* Aufbau.
Die Farbe des Lintes ist bei Kultursorten weiß oder hellcreme bis gelblich, in einigen Fällen auch braun oder rötlich.
Rohbaumwolle wird nach Faserlänge (Stapel), Gleichmäßigkeit, Feinheit, Farbe, Reinheit, Griff, Festigkeit und Elastizität gehandelt. Hauptfehler sind: Unreinheit, kurzer Stapel und hoher Gehalt an unreifen und schlecht entwickelten oder "toten" Fasern.
Die Sorte "Sea Island" ist typisch für weiße Sorten, "Mako" für cremefarbene.
Manche Sorten sind im Griff hart und rauh, andere dagegen seidig weich. Rohbaumwolle wird farblich eingestuft in "weiß" (engl. white), "leicht gelblich" (creamy), "leicht fleckig" (light spotted), "fleckig" (spotted) und "gräulich" (light grey).
Wichtigster Qualitätsfaktor ist die Faserlänge. Die Stapellänge liegt i.a. zwischen 18 und 42 mm. Man unterscheidet 4 Faserlängengruppen:

Bezeichnung Faserlänge Sorte/Beispiel
Kurzstapel   <26 mm Bengal/Ostasien
Mittelstapel   26-28 mm Upland/USA
Langstapel   29-34 mm Mako/Ägypten
Extra-Langstapel   35-55 mm Lima/Peru
Sea Island/USA

Rund 90 % des weltweiten Baumwollaufkommens fällt unter Kurz- und Mittelstapel, 7-8 % unter Lang- und 2-3 % unter Extra-Langstapel. Qualitäten mit extralangem Stapel liefern vor allem Ägypten und Sudan, z.T. auch Peru und die USA.
Die einzelne Baumwollfaser kann eine Breite von 12-45 Mikron (Tausendstelmillimeter) haben. Die feinsten und längsten Baumwollfasern haben im Verhältnis zu ihrem Querschnitt die größte Festigkeit, eine Eigenschaft, die für das Spinnen feinster Garne sehr wertvoll ist. Zur Herstellung feiner Baumwollstoffe, wie z.B. hauchdünner Batist, durchsichtiger Voile, seidigfließender Jersey und feinste Stickereien, wird vor allem Baumwolle mit langem und extralangem Stapel verwendet, die entsprechend teuer ist.
Die Feinheit der Baumwollfaser, zusammen mit ihren korkenzieherartigen Windungen im Faserverlauf machen sie sehr geeignet für die Verspinnung.
Wertvolle Baumfasern haben einen seidigen Glanz, wohingegen die meisten Sorten eher matt sind.
Die Baumwollfaser lässt sich 8-10 % dehnen, und dies sowohl im trockenen wie im nassen Zustand. Es ist eine auffallende Eigenschaft der Baumwolle, dass ihre Nassfestigkeit noch höher ist, als die Trockenfestigkeit. Deshalb ist Baumwolle widerstandsfähig gegen jede Nassbehandlung (Kochen, Schleudern). Baumwolle ist auch sehr saugfähig (hydrophil), was auf ihren oben beschriebenen Faseraufbau zurückzuführen ist.

* fibrillös, abgeleitet von "Fibrillen" = feinste Fäserchen, aus denen sich wiederum die Tagesringe der Baumwolle zusammensetzen

Quellen:
Die Baumwolle (Cotton Service Büro Dieter Frank, Ffm)
Der Weg der Baumwolle von der Faser zum Stoff (Bremer Baumwollbörse)
Franke (1994) a.a.O.




DIE  EIGENSCHAFTEN DES BAUMWOLLSAMENS

Die Samen sind dunkelbraun, birnenförmig, 5 bis 14 mm lang, 3 bis 6 (8) mm dick und ergeben ein Tausendkorngewicht von 80 bis 160 g. Zu ihren Inhaltsstoffen gehören 7 bis 12 % Wasser, 18 bis 25 % fettes Öl, 16 bis 20 % Eiweiß, 30 % Kohlenhydrate und 22 % Rohfaser. Bei der Verarbeitung fallen etwa 16 % Öl, 45 % Preßkuchen, 25 % Schalen und 8 % Linters an.




ANBAU UND ERNTE


Anbau- und Erntemethoden

Wie bei allen Agrarprodukten sind auch bei der Baumwolle die Anbaumethoden in den einzelnen Ländern verschieden weit entwickelt. Als arbeits- und kapitalintensive Kultur hat sie sich den unterschiedlichsten volkswirtschaftlichen Standortverhältnissen angepasst und ist in afrikanischen Kleinbetrieben, wie auch in australischen oder usbekischen Großbetrieben zu finden. Auf den riesigen Baumwollplantagen im Süden der Vereinigten Staaten Amerikas rattern gigantische Hack-, Sä- und Pflückmaschinen, und tieffliegende Flugzeuge besprühen die Pflanzen mit Agrarchemikalien. Auf vielen Pflanzungen ärmerer Länder wird ein Teil oder gar alle Arbeit mit dem Ochsen- oder Büffelgespann und von Hand ausgeführt. Arbeitsspitzen liegen in der Pflege und Ernte der Baumwolle. Allein das Hacken, das sehr sorgfältig durchgeführt werden muss, da die Baumwolle nur eine geringe Konkurrenzfähigkeit gegenüber Unkräutern aufweist, erfordert in Ägypten einen Aufwand von 70 Akh · ha-1. In Indien bewegt sich der Handarbeitsaufwand für die Pflege zwischen 128 Akh · ha-1  bei modernen und 624 Akh · ha-1 bei herkömmlichen Anbauverfahren.
Beim Gewinnen der Baumwolle hat das Handpflücken gegenüber der Maschinenernte übrigens einen qualitativen Vorsprung. Die Pflücker sammeln sorgsam nur die blendend weißen, vollreifen Faserbüschel ein und lassen die weniger reifen Kapseln noch einige Tage stehen. Sehr oft wird gleich beim Pflücken eine Trennung sauberer, einwandfreier Baumwolle von verschmutzter, verfärbter oder beschädigter vorgenommen. Angaben für die Pflückleistung je Arbeitskraft schwanken stark zwischen 20 und 110 kg/d.
Beim maschinellen Ernten werden die Baumwollpflanzen durch Besprühen mit sog. Defolianten zuerst künstlich entlaubt. Die Pflückmaschine, häufig sog. Stripper, bringt sodann den Ertrag eines ganzen Feldes gleichzeitig ein, die ausgereifte zusammen mit der noch unreifen Baumwolle. Auch kann nicht ganz verhindert werden, dass die Maschine einzelne Fasern knickt oder zerreisst und dürre Blätter und Kapselteile miterfasst, was besonders für den Stripper gilt, der die ganze Pflanze zwischen drehenden Walzen abstreift. 
Moderne und selektivere Pflückmaschinen sind Vakuumpflücker (fahrbare Maschinen mit vielen Saugarmen) und Spindelpflücker ("Picker", Maschinen mit drehbaren Spindeln, die die Haare der reifen Samen der geöffneten Kapseln erfassen und eindrehen).
Da maschinengeerntete Baumwolle immer einen höheren Anteil Fasern aus nicht voll ausgereiften Kapseln enthält, ist der Feuchtigkeitsgehalt höher. Zur Vermeidung von Qualitätsverlusten (Fleckigwerden) muss deshalb vor dem Verpacken eine Nachtrocknung durchgeführt werden.

Quellen:
Die Baumwolle (Cotton Service Büro Dieter Frank, Ffm)
Franke (1994) a.a.O.

 

Baumwollfeld in den USA Q.: Bock, D., MPIZ

Herbizidresistente Baumwolle vor der Ernte

Handpflücke

Maschinelle Ernte in den USA

Baumwollernte in Texas (Verladevorgang)

Baumwollzweig mit Bauschen weißer Samenhaare, dem Lint

 


 



AUFBEREITUNG UND VERWERTUNG

 

Entkörnungsanlage (USA)

Baumwolle vor und nach der Entkörnung

Klassifizierung von Baumwolle (USA)

Baumwollverschiffung als Motiv einer 5.000-Francs Banknote aus Burundi (1997)


 



SCHÄDLINGE UND KRANKHEITEN 

Baumwolle ist anfällig gegen Schädlinge, welche die Ernte in Quantität und Qualität beeinträchtigen oder sogar die Pflanzen noch vor der Ernte abtöten. Meist sind es Insekten und Larven, welche die Pflanzen direkt angreifen oder sie durch Übertragung von bakteriellen oder Viruskrankheiten schädigen. In feuchten Klimazonen droht Pilzbefall.
Bei der Baumwollpflanze enthalten nicht nur die Blüten Nektar, vielmehr sitzt an der Unterseite jeden Blattes ein becherähnliches Gebilde mit Nektar. Dies und der sukkulente Stängel wirken auf eine Fülle von Schadinsekten anziehend, in erster Linie auf den Baumwollkapselkäfer.
Die Verluste durch Schaderreger und Unkräuter in der Baumwollproduktion werden weltweit auf durchschnittlich 34 % des potentiellen Ernteertrages geschätzt. Der Hauptanteil fällt mit etwa 16 % den tierischen Schädlingen zu. Krankheitsbefall erreicht einen Schaden von etwa 12 %, während die Unkrautkonkurrenz annähernd 6 % ausmacht.

Schädlinge

Die am häufigsten vorkommenden Baumwollschädlinge aus einer Vielzahl:

Schädling

Wirkung, allgemeine Information

Bekämpfung, Vorbeugung

Baumwollkapselkäfer (Boll weevil, Anthonomus grandis)

Rüsselkäfer, gehört zur Gruppe der Blütenstecher, ist weit verbreitet, wird vor allem durch den Baumwollnektar angelockt, zerstört Kapseln; Gelbfärbung der Knospen, vorzeitiges Öffnen der Kapseln, Bräunung der Fasern, Kapselfall

Konfusionstechnik mit Gossyplure, Einsatz von Parasitoiden, Bekämpfung mit Pyrethroiden, regelmäßige Beseitigung von Unkraut

Erdflöhe
(z.B. Podagrica puncticollis)
Loch- und Fensterfraß an den Keimblättern; nesterweises Vertrocknen der Pflanzen Saatgutbehandlung, Bekämpfung mit Kontaktinsektiziden, regelmäßige Unkrautbekämpfung, Wahl resistenter Sorten
Zikaden
(z.B. Amrasca devastans)
Saugschäden, fleckenweises Bräunen und Vertrocknen der Pflanzen (Zikadenbrand) Saatgutbehandlung, Bekämpfung mit Kontaktinsektiziden, regelmäßige Unkrautbekämpfung, Wahl resistenter Sorten
Spinnmilben
(z.B. Tetranychus)
Weißsprenkelung durch Besaugen der Zellen Saatgutbehandlung, Bekämpfung mit Systeminsektiziden, regelmäßige Unkrautbekämpfung, Wahl resistenter Sorten
Mottenschildläuse           (speziell Bemisia tabaci) Schaden durch Saugtätigkeit, Übertragung des leaf curl virus der Baumwolle, Ausscheidung von Honigtau (was zur Lintverschmutzung und Qualitätsminderung führt);        erreichen 50-60 Tag nach Baumwollsaat ihren Populationshöhepunkt,  Saatgutbehandlung, Bekämpfung mit Systeminsektiziden, regelmäßige Unkrautbekämpfung, Wahl resistenter Sorten
Schmetterlingsraupen
(z.B. Spodoptera exigua, Phycita infusella)
Blattschäden Vorhersageprogramme, Einsatz von Pyrethroiden, z.T. kombiniert mit Bacillus thuringiensis, ferner von Pathogenen und Eiparasiten
Baumwollkapselwürmer, bohrer (Raupen von z.B. Pectinophora gossypiella) Eindringen in Knospen und junge Kapseln;
Vorkommen: Pectinophora gesamte Tropen, andere Arten mit artspezifischer Verbreitung
Konfusionstechnik mit Gossyplure, Einsatz von Parasitoiden, Bekämpfung mit Pyrethroiden, regelmäßige Beseitigung von Unkraut
Baumwollwanzen
(z.B. Dysdercus cardinalis, Oxycarenus hyalinipennis)
Saugschäden an den ölhaltigen Samen, Ausscheiden von toxischem Speichel, Folgen: Verkümmern junger Kapseln, vorzeitiger Kapselfall;
Vorkommen: artspezifisch
Insektizide wie Lindan

Weitere Baumwollschädlinge:

Baumwollkapselkäfer
verschiedene Stadien und Schadbilder

Kapselwurm,Schadbild

Baumwollkapselwurm, Motte und Larve

Mottenschildläuse an Blattunterseite

Mottenschildlaus

 

Krankheiten

Krankheit

Verursacher, Wirkung

Bekämpfung, Vorbeugung

Baumwollbakteriose

 

Resistenzzüchtung, Vernichtung von Ernterückständen, Fruchtfolgeplanung

Brennfleckenkrankheit (Anthraknose)

Schlauchpilze 

Resistenzzüchtung, Vernichtung von Ernterückständen, Fruchtfolgeplanung

Wurzel- und Wurzelhalsfäule

Bewirkt durch Fusarium solani, Botryodiplodia theobromae, Corticium rolfsii (Nebenfruchtform Sclerotium rolfsii), Macrophomina phaseolina, Bakterien der Gattung Pseudomonas (z.B. Pseudomonas solanacearum pv. Asiaticum)

Fungizide, wie z.B. Carboxin, Captan und Mancozeb; Resistenzzüchtung, biologische Präparate

Stengelfäule

Verursacht durch: Macrophomina phaseolina

Wiederholte Spritzungen mit Carbendazim und Mancozeb

Welkekrankheit

Eine der schwersten Baumwollkrankheiten; Verursacher: giftproduzierender Pilz, der durch die Wurzeln eindringt

Resistenzzüchtung





SCHÄDLINGS- UND KRANKHEITSBEKÄMPFUNG (allgemein)

Biologisch:

Pestizideinsatz:

Anbauverfahren und Sortenwahl:



WEITERVERARBEITUNG UND TRANSPORT:


INDUSTRIELLE VERARBEITUNG  (Erstfassung)

Spinnen

Bei der Garnherstellung in den Spinnereien werden für 30 kg Garn 35 kg Lint verarbeitet.

Handpflücke und Spinnerei als Motiv einer
5.000-Francs-Banknote aus Mali (1972-1984)
Die afrikanischen Wüsten- und Halbwüstenstaaten liefern die hochwertigste Baumwolle überhaupt.

Baumwollgarnspindeln





Standard-Produktionsablauf im Dreizylinderspinnverfahren

Eine Variante zum klassischen Baumwoll-Spinnverfahren stellt u.a. das OE-Rotorspinnverfahren dar, bei dem der Faden dadurch gebildet wird, dass an das offene Ende des fertigen Fadenstücks weitere weitere Fasern angesponnen werden.
Minderwertige Baumwollarten, Baumwollabgänge aus Spinnereien und Abfälle textiler Flächengebilde (Baumwolllumpen) werden in der Zweizylinderspinnerei, der sog. Baumwollabfallspinnerei, verarbeitet. Anwendung zur Herstellung rauer Streichgarne, weichgedrehter Schußgarne (z.B. Barchentgarne) und Grobgarne.

Quelle: http://www.raumausstattung.de/Naturfasern.html (29.04.2002)


Weben

Nach dem Spinnen folgt das Weben. Damit das Garn in den Webstühlen nicht reist, werden sogenannte Schlichten verwendet: Ein Schutzfilm aus Stärke.


Veredlung und Ausrüstung

Damit auf die gewebten Stoffe gleichmäßig Farbstoffe aufgetragen werden können, wird das Gewebe gewaschen und gebleicht. Erst nach der Bleichung werden Farbstofflösungen aufgetragen.
Nach diesem Arbeitsgang wird die Baumwolle meistens mithilfe von zahlreichen Chemikalien und viel Wasser veredelt. Dies bedeutet, dass sie gegen Verschmutzung geschützt, desodoriert und filzfrei gemacht werden.



Fasermischungen

Bevorzugte Mischungspartner für Baumwolle sind Polyester (PES)-, Polyamid (PA)-, und Viskose (CV)-Fasern. Durch die Möglichkeit der Fasermischung verbessert man die Gebrauchswerteigenschaften, Strapazierfähigkeit, Pflegeleichtigkeit etc. Gemischt wird aber auch, um Stoffe durch Effektgarne, Mehrkomponentenfärbung etc. im Muster zu verändern. Üblich sind Standard-Mischungsverhältnisse 50/50 %, 67/33 % sowie 70/30 %. Fasermischungen erfolgen oftmals auch aus preislichen Gründen



DIE BAUMWOLL-PRODUKTE

Produkte der Baumwollpflanze finden sich als Rohstoffe der Textilindustrie, ebenso wie als Rohstoffe der Nahrungs- und Futtermittelindustrie sowie der chemischen Industrie.

Der Textilbereich

Die Kuppelprodukte

Die Saatbaumwolle, so wie sie die Bauern ernten, besteht aus Baumwollfasern und Baumwollsaatkorn. Das Saatkorn, auch Baumwollsaat genannt, besteht aus Schale und Saatkern. Die zellulose- und ligninhaltige Schale hat lediglich Heizwert. Um die drei Rohprodukte (Fasern, Öl, Saatkuchen) aus der Rohbaumwolle zu gewinnen, sind drei Verarbeitungsgänge erforderlich:

Früher war der Samen nur ein Entsorgungsproblem für die Baumwollfabriken; heute ist er ein wertvolles Nebenprodukt. In Ölmühlen oder bereits in den Entkernungsbetrieben wird er vom Linters befreit. Der nackte Samen wird dann aufgebrochen, der Kern entfernt. Durch Warmpressen (105 °C) wird ein orangerotes Öl gewonnen, das nach dem Raffinieren geruch- und farblos bis hellgelb ist und zwischen +4 °C und -6 °C erstarrt. Sein hoher Linolsäureanteil macht es für die Margarineherstellung besonders wertvoll. Die dritte Pressung ergibt ein nur technisch brauchbares Öl, das in der  Kosmetik-, Seifen- und Kerzenindustrie oder als Schmieröl Verwendung findet. Das Öl enthält ein braunes, stark giftiges phenolisches Dialdehyd, das aus Harzdrüsen der Samen stammende "Gossypol", welches sich jedoch durch Erhitzen oder mit Chloroform beseitigen lässt (Speiseöl ist giftfrei).
Der anfallende Baumwollkuchen, der neben restlichem Fett über 40 % Rohprotein und ca. 20 % N-freie Extraktstoffe enthält, dient der Fütterung. Bei der Verarbeitung (Erhitzen, Vermahlen) wird der größte Teil des Gossypols, das zu 0,4 bis 2 % in den Samen enthalten ist, durch Bindung an Proteine und Anbau entgiftet. Ein Restgehalt kann jedoch für Schweine und Hühner unzuträglich sein. Bei Mensch und Tieren mit Einfachmägen häuft sich das Gift an und löst Störungen im Blut, an Herz, Lunge und Leber aus. Mehrmägige Wiederkäuer können es problemlos verwerten. Neue Verfahren ermöglichen es, das aus dem Ölkuchen gewonnene und entgiftete Baumwollsaatmehl auch für die menschliche Ernährung in Form von Proteinkonzentraten verwertbar zu machen.
Der Bodensatz, der nach Raffinierung des Baumwollöles verbleibt, enthält Fettsäuren, die industriell verwertet werden.
Die kurzfaserigen Linters dienen als Polstermaterial für Möbel und Autositze und werden zu saugfähigen Putztüchern und vielen Celluloseprodukten – etwa zu Rayon (Kunstseide), Kunststoffen, Lacken und rauchlosem Pulver für Granaten und Patronen – verarbeitet. Die Samenschalen oder -hülsen dienen als Viehfutter.


 

Entkörnungsbetrieb,
Fachleute begutachten die Beiprodukte der Entkörnung vor ihrer
Pelletierung zu Futtermittel, Brennstoff oder Dünger





DIE EIGENSCHAFTEN VON BAUMWOLLTEXTILIEN

Ein textiles Baumwollprodukt



QUELLEN:

Textmaterialien:

http://www.medicus.de/hautundhaar/kleidung/rohstoff.htm
http://www.geographiedidaktik.de/Untermat/Maikaal/indien.html
http://www.natur-co.de/info/bio_bw.htm
http://www.raumsausstattung.de/Naturfasern.html
Franke, Gunther (1994): Nutzpflanzen der Tropen und Subtropen, Bd. 2: Spezieller Pflanzenbau - Getreide, Obst, Faserpflanzen. Stuttgart
Franke, Wolfgang (1992): Nutzpflanzenkunde: Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen. Stuttgart und New York
Microsoft Encarta Professional 2002
Rouette, H.K. (1995): Lexikon für Textilveredlung. Dülmen
Weber, Carina und Parusel, Dagmar (1995): Zum Beispiel Baumwolle. Göttingen

Bildmaterialien:

http://www.monsanto.de
http://www.geographiedidaktik.de/Untermat/Maikaal/indien.html
http://www.agenda-fototext.de
http://digilander.libero.it/captainpeter/home1/de/banknoten31.html
http://www.ars.usda.gov/is/graphics/photos/apr02/k9848-1.htm
http://www.fu-berlin.de/fun/5-95/w1.htm
http://www.i-s-b.org/broschuere/_produkt/herbpla.htm
http://www.hagebau.de/vier_waende/_naturbaustoffe.htm
http://entweb.clemson.edu/cuentres/_cesheets/cotton
http://entowww.tamu.edu/extension/bulletins/b-933.html
http://www.mpiz-koeln.mpg.de
http://www.hnoc.org/fabric.htm