Glossar zur Webseite
der Fachschaft Geographie-Geologie am Gymnasium Markdorf

630-DM-Arbeit: Arbeitsverhältnis mit einem Monatslohn von max. 630.-DM, das steuerfrei ist, wenn der geringfügig Beschäftigte nicht mehr als 7.560 DM pro Jahr (12 mal 630 DM) verdient. Diese Gesamtsumme gilt auch, wenn mehrere kleinere Jobs ausgeübt werden. Liegen die Einkünfte darüber, unterliegt das gesamte Einkommen der Einkommensteuer.

Abdachung: natürliche Neigung eines Geländes, die von der Schichtlagerung oder der tektonischen Schrägstellung einer Scholle bedingt sein kann.

Akkumulation: In den Geowissenschaften und der Geoökologie Ansammlung von Verwitterungs-, Abtragungs- und Bodenmaterial mit Veränderung der Reliefform bzw. der Bodenform und deren Raummuster.

Alluvium: geowissenschaftlicher Zeit- und Materialbegriff
1. heute nicht mehr übliche Bezeichnung für Holozän
2. Sammelbezeichnung für Sedimente des Holozäns (Schotter, Schutt, Feinsediment)

Anmoor: Humusform andauernd nasser Standorte mit Grund-, Stau- oder Quellwasser. A. besteht aus einer Mischung von mineralischem Material und organischer Feinsubstanz. Der C-Gehalt liegt bei 15-30 %.

anthropogen: Durch menschliches Handeln direkt oder indirekt geschaffen, geprägt oder beeinflusst

Arbeitskosten: Gesamtheit der Aufwendungen des Arbeitgebers für den Kostenfaktor Arbeit: Löhne, Gehälter, gesetzliche und freiwillige Leistungen.

asymmetrisch: leicht verschoben

Automatisierung: Prozess der Einrichtung technischer Anlagen mit weitgehend selbständiger Produktionssteuerung. Durch Automatisierung wird menschliche Arbeitskraft ersetzt.

Baden: ehemalige Grafschaft am Oberrhein, heute der westliche Teil des Bundeslandes Baden-Württemberg. Das Land entstand aus verschiedenen Territorien, die unter den Markgrafen von Baden aus dem Haus der Zähringer im Jahr 1112 erstmals als Land Baden bezeichnet wurden. Deren Hauptsitz war die (namengebende) Burg oberhalb von Baden-Baden. Die Zähringer beherrschten das Land über acht Jahrhunderte lang. 1535 wurde das Gebiet in die beiden Kleinstaaten Baden-Baden (katholisch) und Baden-Durlach (evangelisch) geteilt.

Einer der herausragendsten Vertreter der Zähringer war Markgraf Karl Friedrich, der Napoleon I. unterstützte, dem Rheinbund beitrat, die badischen Besitzungen wieder einte und das Territorium deutlich vergrößerte. Er erwarb im Jahr 1803 die Kurfürstenwürde und 1806 den Titel eines Großherzogs. Unter seinem Enkel Karl verließ Baden 1815 den Rheinbund und trat dem Deutschen Bund bei. 1867 wurde Baden Mitglied des Norddeutschen Bundes und 1871 des Deutschen Reiches. 1919 wurde der Freistaat Baden proklamiert und eine eigene Verfassung verabschiedet. Unter nationalsozialistischer Herrschaft wurde Baden 1933 – wie auch die anderen deutschen Länder – mit dem Reich gleichgeschaltet.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde es im Norden von amerikanischen und im Süden (Südbaden) von französischen Truppen besetzt. Der Norden wurde 1946 mit dem ebenfalls amerikanisch besetzten Norden Württembergs zum unabhängigen Land Württemberg-Baden zusammengeschlossen; Südbaden wurde 1947 ein eigenständiges Verwaltungsgebiet. Beide Länder wurden 1949 Teile der Bundesrepublik Deutschland. 1952 entstand aus Südbaden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern das Bundesland Baden-Württemberg, obwohl sich die Mehrheit der badischen Bevölkerung in einer Volksabstimmung (1951) gegen diesen Zusammenschluss ausgesprochen hatte. Die badischen Politiker forderten die Wiederherstellung des „alten" Landes Baden („altbadische Lösung"), mussten sich aber einer Mehrheit in den anderen Abstimmungsgebieten geschlagen geben, die sich für den „Südweststaat" Baden-Württemberg aussprach.
http://www.lv-baden.de 
http://www.zum.de/Faecher/G/BW/Landeskunde/index.htm
http://www.badische-heimat.de/start.htm

Basalt: dunkles, oft schwarzes Ergussgestein. Häufig sechseckig-säulenförmig abgesondert, Hauptentstehungszeit der Hegauer Vorkommen im =>Tertiär

Betriebsrat: Nach dem Betriebsverfassungsgesetz ein von den Arbeitnehmern gewählter Vertreter von deren Interessen in den wichtigsten Fragen von Funktion, Struktur und Prozess des Betriebes.

Biotit: eines der wichtigsten Minerale des =>Glimmer

Catena: Eine regelhafte Abfolge von Böden an einem Hang, die durch Umlagerungsprozesse differenziert wurden.

danubisch: auf die Donau bezogen

Drumlin: ovaler, in Richtung der Eisbewegung ausgerichteter Hügel aus Grundmoränenmaterial:
- durchschnittliche Länge: 200 - 2000 m
- durchschnittliche Höhe: bis zu 40 m
- durchschnittliche Breite: 3 - 30 m

Durchbruchstal: quer zum Streichen der Gesteine bzw. von Vollformen, die durchbrochen werden; verlaufendes Tal

Dünnschliff: für die Durchlichtmikroskopie verwendetes, auf eine Dicke von 0,02-0,03 mm gesägtes und geschliffenes Gesteins- oder Mineralplättchen verlaufendes Tal

edaphisch: Edaphische Faktoren, syn. Bodenfaktoren, sie beinhalten die Gesamtheit der chemisch-physikalischen Eigenschaften der Böden in ihrer Wirkung auf die Vegetation.

Ergussgestein: Gruppe der Erstarrungsgesteine, die als =>Magma bzw. =>Lava gefördert werden und in Erdoberflächennähe oder an der Erdoberfläche abkühlen und erstarren.

Erosion: Abtragung durch Wind, Wasser oder Eis, auch kombiniert

Eruption: Empordringen des Magmas aus dem Erdinneren

Einzugsgebiet: 1. Das durch eine ober- und/oder unterirdische Wasserscheide abgegrenzte Gebiet, welches durch einen Fluss mit allen seinen Zuflüssen entwässert wird.
2. Gebiet, das von einer bestimmten Einrichtung (Schule, Amt, Klinik, Einkaufszentrum) versorgt wird.
3. Gebiet, in dem die Erwerbstätigen wohnen, die in einen Arbeitsort einpendeln.
4. Gebiet, aus dem ein Industriebetrieb mit Rohstoffen versorgt wird (z.B. Zuckerfabrik mit Rüben).

Energiebedarf: Die von der Bevölkerung und der Wirtschaft nachgefragte Energiemenge.

Entkalkung: Lösung und Auswaschung der Calcium- und Magnesiumcarbonate im Boden

Erosionsbasis: Das Niveau bis zu dem die Erosion wirksam ist.

Europäischer Ausrichtungs- und Garantiefonds für die Landwirtschaft (EAGFL): Europäischer Agrarfonds, der Finanzfonds der europäischen Agrarpolitik, aufgeteilt in zwei Sektionen. Mit der Abteilung "Garantie" werden die Marktordnungen (Preisstützungsmaßnahmen, Beihilfen, Ausfuhrerstattungen) finanziert, mit der Abteilung "Ausrichtung" Maßnahmen zur Verbesserung der Produktionsbedingungen in den landwirtschaftlichen Betrieben sowie der Verarbeitung und des Absatzes von Agrarprodukten.

eutroph: allgemein nährstoffreich, im Gegensatz zu oligotroph. Auf Gewässer bezogen bedeutet es in erster Linie, Reichtum an Phosphat und Nitrat.

Eutrophierung: Nährstoffübersättigung von Gewässern durch häusliche, gewerbliche und industrielle Abwässer sowie durch Abschwemmen von Dünger aus landwirtschaftlichen Nutzflächen. Die hohen Phosphat – und Nitratmengen im Wasser steigern das Wachstum des Planktons.

Flora: Pflanzenwelt

fluvial: fluviatil, vom Fluss geschaffen

fluviatil: durch Wasser geprägte Form

Gemarkung: Gesamtfläche des Gemeindegebiets einschließlich des Besitzes von Einwohnern anderer Gemeinden

Geomorphogenese (Morphogenese): Gesamtheit der exogenen und endogenen Prozesse (Prozesse, die auf von außen wirkende bzw. von innen wirkende Kräfte zurückzuführen sind), die zur Bildung des Georeliefs führen.

Geomorphologie: Teilgebiet der allgemeinen Geographie, das die Entstehung der Oberflächenformen der Erde zu erklären versucht.

glazial: unter Eisbedingungen entstanden, vom Eis geschaffen

glazialerosiv: ein formbildender Prozess, der eine Sammelbezeichnung für ganz verschiedene abtragende Prozesse des Gletschereises darstellt.

glazigen: alle unmittelbar durch die Wirkung des Eises entstandenen Ablagerungen und Abtragungen ( z. B. Moränen)  Link!!

Gletscherlobus: Gletscherzunge

Gletscherschurf: aushobelnde und abtragende Wirkung des Gletschers

Gley:  Bodenklasse der grundwasserbeeinflussten Böden, z.B. Naßgley, Anmoorgley, Moorgley und Tundragley. Der Standardtyp ist ein oberflächlich nicht allzu stark vernässter Grundwasserboden.

Glimmer: Gruppe wichtiger gesteinsbildender Minerale. Die Glimmer zeigen plättchenartigen Aufbau und sehr gute Spaltbarkeit in alle Richtungen.

Gneis: ein metamorphes Gestein, entstanden aus z.B. Granit oder Sandstein

Handstück: Fundstück, das man mit der Hand tragen kann, dient zur genaueren Untersuchung des Gesteins im Labor oder als Anschauungsobjekt zu Lehrzwecken

Hauptwasserscheide: Grenzlinie zwischen den Einzugsgebieten zweier großer Flüsse

Hegau: In einem durch tertiäre Vulkankegel sehr kuppig gestalteten altbesiedelten Becken gelegene historische Landschaft als Rest einer ehemaligen mittelalterlichen Grafschaft mit größerer Ausdehnung und heute unsicherer Begrenzung westlich des Bodensees zwischen Radolfzell und Engen in 400-600 m mit isolierten Kuppen bis über 800 m.
Der Name ist vermutlich von dem Berg Hewen, als dem Hewengau abgeleitet.

Hewenegg: Durch Steinbruch abgetragene Burgruine (814 m NN), 4 km südlich von Immendingen. Die Burg gehörte zur Herrschaft Hewen und wurde zusammen mit Neuhewen 1639 zerstört. Ein Steinbruch bohrt sich heute 80 m tief in den Basaltkern des einstigen Vulkans ein. 400 m SW der Hauptburg befand sich eine kleine Burg (Vorburg, Burgstall genannt).

hexagonal: sechseckig

Hohenhöwen: Burgruine auf dem gleichnamigen Basaltkegel (848 m NN). 1189 Hewin oder Hewen genannt, vielleicht von keltisch keven = Bergbuckel. Der Hewen hat dem Hegau und dem Adelsgeschlecht den Namen gegeben.

Hohenkrähen: Burgruine auf dem gleichnamigen Phonolithberg (644 m NN), 1192 Creien genannt, um 1200 Creigin, keltisch Craig = Fels.

Hohenstoffeln: Basaltberg (845 m NN) mit ehemals drei Burgruinen Vorder-, Mittel- und Hinterstoffeln. 1506 in Stofola genannt, von ahd. stophil = kleiner Fels. Die Vorderburg wurde ddurch den Steinbruchbetrieb ganz abgetragen, von Mittel- und Hinterburg sind noch Reste zu erkennen.

Hohentwiel: Festungsareal von 9 ha 92a, die größte und wichtigste der zahlreichen Hegauburgen auf dem gleichnamigen Phonolithberg (688 m NN). Festung auf Anweisung von Napoleon 1800 geschleift.

Homothermie: Gleichmäßigkeit und/oder Einheitlichkeit der Temperaturverteilung in einem Körper. Der Begriff wird insbesondere auf den Wasserkörper von Seen bezogen.

hydrothermal: gewöhnlich bei der Erzlagerstättenbildung im Magma anzutreffende Bedingungen mit max. 400 °C heißen mineralhaltigen Lösungen

Infrastruktur: Gesamtheit der Einrichtungen, die als Grundvoraussetzung für das Funktionieren der Wirtschaft einer Gesellschaft gelten. Dazu gehören im Wesentlichen die Verkehrswege (Straße, Schiene, Wasserwege und Flughäfen), die Gas-, Wasser- und Stromversorgung sowie die Bildungs-, Gesundheits- und Freizeiteinrichtungen.

Kapitalkraft: Die Verfügung eines Unternehmens/Unternehmers über beträchtliche Geldmittel z.B. für Investitionen.

Karstquelle: Quelle am Rande eines verkarsten Gebietes, welche aus dem Karstwasser im unterirdischen Gangsystem gespeist wird

Kaufkraft: Im allgemeinen wie auch im kaufmännischen Sprachgebrauch Bezeichnung für die Menge an Gütern, die mit einer bestimmten Geldsumme gekauft werden kann. Hierzu zählen neben dem Einkommen die aufgenommenen Kredite abzüglich der zu tilgenden Schulden. In der Wirtschaftstheorie gilt die Kaufkraft auch als Güterpreis des Geldes. Damit ist die Menge an Gütern und Leistungen gemeint, die für eine Geldeinheit gekauft werden kann. Da Geldwert und Preisniveau in einem Wechselverhältnis zueinander stehen, sinkt die Kaufkraft des Geldes, wenn die Preise steigen, während fallende Preise die Kaufkraft erhöhen.

Kolluvialböden: Böden, die in Verwitterungsmaterial entstehen, welches durch Abspülung verlagert und an Unterhängen, in kleinen Mulden und in Tiefenlinien abgelagert wurde. K. sind in typischer Ausprägung tiefgründig, feinmaterial-, humus- und nährstoffreich.

Kolluvium: In Mulden und Tälern nach Abtragung abgelagerte z.T. mächtige Bodendecken

Konfiguration: Struktur, Zusammensetzung

Kontrollierte Atmosphäre: Lagerverfahren im Obst-, Gemüse- und Blumenanbau, bei dem das Luftgemisch bzw. der Luftdruck im Lagerraum verändert und so haltbarkeitsfördernd die Atmung und die Äthylenbildung verringert wird; nach dem englischen "controlled atmosphere" auch CA-Lager.

Kultosole: durch menschliche Nutzung völlig veränderte oder durch den Menschen vollkommen neu geschaffene Böden, z. B. Plaggenesch, Hortisol, Rigosol, rekultivierte Böden aller Art

Lapilli: (ital. ‚Steinchen'), eckiges bis rundes, oft schalig aufgebautes Auswurfmaterial (erbsen- bis faustgroß) das sich während des Aufsteigens im Magmaschlot aus Asche gebildet hat. Durch die Rotation lagern sich immer weitere Schichten an, wodurch der Lapilli an Größe gewinnt und schließlich aus dem Krater herausgeschleudert wird.

Lava: glutfüssige Gesteinsschmelze aus dem Erdinneren (1000-1300°C), das an der Erdoberfläche austritt.

Leistungslohn-Prinzip: Lohn-Vergabe, bei der die Arbeitsleistung als Kriterium für die Lohnhöhe im Vordergrund steht. Ein Leistungslohn ist der Akkordlohn: Seine Höhe ist das Produkt aus erreichter Stückzahl und vereinbartem Stücklohnsatz. Bei der Lohnform Zeitlohn wird der Lohn nach den geleisteten Arbeitsstunden berechnet; die Arbeitsleistung wird dabei nicht berücksichtigt.

Lessivierung: Tonverlagerung, die durch das Sickerwasser erfolgt und die feinsten festen Tonteilchen (kleiner als 0,002 mm) in tiefere Bodenbereiche befördert.

Lias: syn. Schwarzer Jura; Serie des erdmittelalterlichen Jura (188 bis 205 Mio Jahre vor heute), typisch sind dunkle Schiefertone.

Linzgau: Historische Landschaft am nordöstlichen Bodensee, die durch den Goldbach bei Überlingen im Westen und die Schussen im Osten begrenzt wird. Die Nordgrenze verläuft bei Pfullendorf und ist nicht sehr sicher.

Lobus: allgemein ein bogenförmiges Gebilde, z.B. ein Gletscherlobus

Mägdeberg: Die umfangreiche Burgruine auf dem gleichnamigen Phonolithkegel (665 m NN). 1240 in castro Megideberc genannt. Name von ahd. maga(i)d = Jungfrau.

Magma: eine jungtertiär abgelagerte Schichtenfolge, die bis zu mehrere 1000 m mächtig ist

Markt: Im engeren Sinne ein Ort, an dem sich Käufer und Verkäufer treffen, um wirtschaftliche Güter gegen Geld zu tauschen, im weiteren Sinne jedes Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage, unabhängig davon, ob er geographisch oder zeitlich eindeutig bestimmbar ist, wie beispielsweise ein Wochenmarkt, oder ob er ein weltweiter Markt ist wie der Markt für Investitionsgüter (Maschinen u.a.). Auch ist es gleichgültig, unter welchen Umständen Angebot und Nachfrage zusammentreffen. Beim Devisenmarkt beispielsweise einigen sich Käufer und Verkäufer am Telefon.

Metamorphit: eine jungtertiär abgelagerte Schichtenfolge, die bis zu mehrere 1000 m mächtig ist

Mineral: eine jungtertiär abgelagerte Schichtenfolge, die bis zu mehrere 1000 m mächtig ist

Mineralogie: eine jungtertiär abgelagerte Schichtenfolge, die bis zu mehrere 1000 m mächtig ist

Miozän: Eine der oberen Abteilungen des Tertiärs, die von 25 - 10 Mill. Jahren v. h. dauerte und sich vor allem durch zahlreiche kalkige, sandige und mergelige Sedimente auszeichnetete.

Mittelstand: Bevölkerungsgruppe in westlichen Industriegesellschaften, die nach Selbst- oder Fremdeinschätzung, in einer hinsichtlich Macht, Prestige und sozialem Status hierarchisch geschichteten Gesellschaft, dem mittleren Bereich zugerechnet wird.
In den modernen Industriegesellschaften stellen die Mittelschichten einen besonders hohen Anteil der Gesamtbevölkerung. Sie gelten allgemein als sozial, kulturell und politisch prägend, d. h. auch Unterschichten und Oberschichten orientieren sich tendenziell an den Wertvorstellungen der Mittelschichten.

Molasse: Bezeichnung für die Sedimente der Rand- und Innensenken von Faltengebirgskomplexen, vor allem für die tertiären Schichtenserien der Vortiefe der Alpen verwendet.

Molassebecken: Voralpine Senke in der sich die ®Sedimente aus den Alpen abgelagert haben

montan: geo- und biowissenschaftlicher Begriff, der sich allgemein auf Berge bezieht

Moräne: Von Gletschern mitgeführtes und abgelagertes Material, das aus unterschiedlich großen, unsortierten Komponenten besteht; gröberes Gesteinsmaterial ist kantig oder kantengerundet.

Moräne: Syn. Muttergesellschaft, führendes Unternehmen an der Spitze eines Konzerns. Es handelt sich hierbei um eine Kapital- oder Personengesellschaft, in deren Abhängigkeit sich ein oder mehrere andere Unternehmen befinden. Sie ist an diesen so genannten Tochtergesellschaften in dem Maß kapitalmäßig beteiligt, dass sie aufgrund dessen direkt oder indirekt einen beherrschenden Einfluss auf diese Unternehmen ausüben kann. Die Tochtergesellschaften sind rechtlich selbständige Unternehmen, unterstehen aber der einheitlichen Leitung der Muttergesellschaft.

(Jura)-Nagelfluh: Konglomeratische Ablagerungen in großen Schuttkegeln vor dem Alpenkörper (Nagelfluh) sowie die fast nur aus Jura-Material bestehenden Konglomerate im Nordteil des Molassebeckens (Jura-Nagelfluh)

Ökotopkomplex: Unscharfe Bezeichnung aus der Landschaftsökologie für eine nicht genauer definierte Gruppierung von Ökotopen ( weitgehend einheitlich ausgestattete meist kleine Lebensräume).

oligotroph: nährstoffarm, wenig Nährstoffe führend, auf wenig Nährstoffe angewiesen. Wird vor allem auf Binnengewässer und Böden bezogen.

ombrogen: allgemein durch Niederschläge bzw. niederschlagsbedingte (und nicht geländebedingte) Nässe entstanden; der Begriff wird vor allem auf Moore angewandt.

Orographie: allgemein die beschreibende Darstellung des Georeliefs nach äußerlichen Merkmalen, v.a. nach Hoch- oder Tieflagen ohne Berücksichtigung der Geomorphogenese.

Parabraunerde: Bodentyp, der durch die Verlagerung von Ton im Boden unter wechselfeuchten Bedingungen (Lessivierung) entstanden ist.

Pararendzina: Boden auf carbonathaltigem, aber nicht rein kalkigem Lockersediment mit basenreichem krümeligem Mullhumushorizont. P. haben, abgesehen von der viel größeren Tiefgründigkeit, ähnliche Eigenschaften wie die Rendzinen (s.o.), entwickeln sich aber anders.

peripher: am Rande, außerhalb des Zentrums

Phänologie: Die Phänologie versucht einen Zusammenhang zwischen der Witterung und der Entwicklung der Lebewesen herzustellen. Man unterscheidet die Pflanzen- und die Tierphänologie.

Phonolith: dt. Klingstein, dichtes und hartes, grau-grünes bis bräunliches =>Ergussgestein aus dem =>Tertiär, das sich meist säulig oder plattig absondert und beim Anschlagen klingt. Im Hegau stehen die Ph. als senkrechte Stöcke im umgebenden Gestein und bilden die markanten Berge am Ostrand des Vulkangebietes.

Plattenbewegung, syn. Plattentektonik, Theorie der globalen Tektonik, d.h. der großräumigen Struktur, Entwicklung und Dynamik der Erdkruste. Nach dieser Theorie setzt sich die Erdkruste lückenlos aus sechs großen und einigen kleineren Platten zusammen. Die mehr oder weniger starren Platten sind untereinander horizontal beweglich.

Pleistozän, pleistozän, adj.: ca. 2,3 Millionen Jahre vor heute beginnender Zeitabschnitt; durch rapide Temperaturrückgänge und eine größere Anzahl (mindestens 17) Kaltzeiten, teilweise auch ausgesprochene Eiszeiten (mindestens 4) geprägt.

Pliozän: (pliozän, adj.) Abschnitt der Erdgeschichte; jüngste Abteilung des Tertiärs, die von 10 bis 2,3 Mill. Jahre v.h. dauerte.

postpleistozän: nachpleistozän (siehe Pleistozän)

Pseudogley: siehe 'Gley'

Rendzina: R. sind i.a. flachgründig, haben viele Gesteinsreste (skelettreich) und verfügen über eine geringe Wasserkapazität. Da das Wasser in den durchlässigen Kalken rasch in den Untergrund versickert, trocknen R. leicht aus. Trotz ihres Nährstoffreichtums werden R. i.a. nicht als Ackerböden genutzt.

revisionsbedürftig: überprüfungsbedürftig

rezent: gegenwärtig, in der Gegenwart oder unter gegenwärtigen ökologischen Bedingungen stattfindend bzw. gebildet. Es bezieht sich dabei vor allem auf langsamer abspielende Prozesse.

Rigosole: Durch tiefgreifendes Umschichten von Bodenmaterial entstandene künstliche Böden.

Rohstoff: In den Produktionsprozess eingehende Grundsubstanz, die bis dahin eine höchstens bescheidene Aufbereitung, aber keine Verarbeitung erfahren hat.

Rückzugsstand: Rückzugstadium, durch Endmoränen und durch an diese anschließende Rückzugschotter belegter Vereisungsstand nach dem Höchststand einer Kaltzeit. Die Endmoränen des R. können dabei sowohl einen längeren Eisstillstand wie auch einen erneuten Vorstoß anzeigen.

rudimentär: verkümmert, rückgebildet

Sapropel: Faulschlamm, Unterwasserboden sauerstoff- und nährstoffarmer Gewässer

Sediment: von Wasser, Eis und/oder Wind in Schichten abgelagertes Verwitterungsprodukt

Schluff: Sehr feines mineralisches Material

Schmelzwassersedimente: Verwitterungsprodukt, das durch die Ablagerung eines am Gletscher entstehenden Gewässers geschaffen wird.

Schuttfächer: Flacher nicht allzu mächtiger Akkumulationskörper aus Schutt. Er entspricht in der Form dem Schotterfächer (dieser lagert Schutt an den Uferrändern eines Flusses ab).

Schwemmkegel: Akkumulationsbereich (s. Akkumulation) von überwiegend feineren Sedimenten eines Flusses, der dort entsteht, wo das Gefälle plötzlich nachlässt, sodass der größte Teil der Fracht im Flussbett und an den Uferrändern liegen bleibt.

Seegfrörne: komplettes Gefrieren der obersten Wasserschicht des Bodensees, geschieht im Mittel 2 x /Jh.

Senke: 1. Kleine oder größere Hohlform im Relief, ohne Aussage über die Entstehung.
2. eine tektonisch bedingte größere oder kleinere Geländevertiefung
3. eine Hohlform, die anthroprogen (durch menschliches Handeln direkt oder indirekt geschaffen, geprägt oder beeinflusst) bedingt ist z.B. durch Bergbau
4. eine Hohlform über Untergrund mit löslichem oder ausspühlungsfähigem Gestein
5. Sammelbegriff in der ökologischen Stoffkreislauf- und Prozessforschung

Serie: die Untereinheit eines geologischen Systems

Sohle: unmittelbar liegende Schicht

Sperrschicht: Sprung- oder Inversionsschicht. Die Sperrschicht steht mit der Seezirkulation in Zusammenhang.

Stagnogley: s. 'Gley'

Standort: 1. Der räumlich begrenzte Bereich des Vorkommens eines geo- oder biowissenschaftlichen Phänomens.
2. Die vom Menschen für bestimmte Nutzungen gewählte Raumstelle bzw. der Platz, an denen verschiedene soziale, wirtschaftliche und/oder politische Gruppen im Raum interagieren.
3. Der Ort, an dem ein Wirtschaftsbetrieb aktiv tätig ist.

Strukturvorteile: Vorteile für einen Standort, die sich aus der besonderen Beschaffenheit der vorhandenen (u.a.) Verkehrs-, Arbeitsmarkt-, Einkommensstruktur ergeben.

subrezent: geo- und biowissenschaftliche Prozesse und Erscheinungen von unmittelbar vor der ökologischen Gegenwart

Substrat: Meistens Nährböden bzw. auch Material auf denen oder in denen Organismen einschließlich Mikroorganismen leben und wovon sie sich ernähren; zum S. gehören demzufolge Steine; Pflanzenstreu, abgefallenes Obst, Baumrinden, etc.

Tertiär, tertiär, adj.: Erstes System bzw. erste Periode des Neozoikums (Erdneuzeit, die ca. letzten 65 Millionen Jahre der Erdgeschichte). Das Tertiär zeichnet sich tektonisch durch weltumspannende Gebirgsbildungen aus.

thermisch: in Bezug auf Wärme, durch Wärme verursacht

Transportkostenminimalpunkt: Derjenige Standort, an dem die Transportkosten am Niedrigsten liegen.

Trockental: allgemein ein Tal ohne Fließgewässer aber mit Merkmalen eines ehemaligen Flusses, der in der Vorzeit das Tal geschaffen haben muss.

Tuff: 1. Verfestigtes, vulkanisches Lockerprodukt, eine Asche. Tuffgestein steht zwischen Magmatiten und =>Sedimenten, da es stofflich zwar dem Magma entstammt, aber durch Zertrümmerung und Zerstäubung in der Luft wie Sedimente wieder abgelagert werden konnte. Enthält =>Xenolithe
2. Wenig verfestigte, mürbe und meist poröse Absätze fließenden Wassers oder von Quellen aus Kieselsäure, dem Kieseltuff, oder Calciumcarbonat, dem Kalktuff.

Umsatz: 1. syn. Umsatzprozess, jedes Erbringen von Betriebsleistungen
2. syn. Umsatzmenge, Absatz, die Menge der innerhalb einer Periode umgesetzten Betriebsleistungen
3. syn. Umsatzwert, die mit einem Preis bewertete Umsatzmenge.

Verkehrsstruktur: Der Aufbau des Verkehrssystems mit seinen verschiedenen Verkehrsträgern, seiner räumlichen Anordnung und Leistungsfähigkeit.

Wiederverwertung: Syn. Recycling, Rückführung von Abfall in den Produktions- und Verbraucherkreislauf.

Wirtschaftspolitik: staatliche Maßnahmen, die darauf abzielen, das Wirtschaftsgeschehen zu ordnen, zu beeinflussen oder festzulegen.

Wirtschaftsraum: Landschaftsausschnitt, der durch bestimmte sozioökonomische Strukturmerkmale bzw. funktionale Verflechtungen charakterisiert ist und sich dadurch von benachbarten Wirtschaftsräumen abhebt.

Xenolithe: Fremdgesteinseinschlüsse in der Grundmasse eines Gesteins

zentrifugal: auf die Zentrifugalkraft (Fliehkraft) bezogen

zentripetal: auf die Zentripetalkraft bezogen, nach dem (Dreh)Zentrum weisend

Zungenbecken: Große Hohlform im Bereich einer Gletscherzunge, die im anstehenden Gestein oder im Grundmoränensediment durch den Gletscher geschaffen wurde.

Zweigzungenbecken: verzweigte Form des Zungenbeckens

Zwischenhandel: Der Handel mit Halberzeugnissen (Produktionsverbindungshandel), auch der Handel zwischen verschiedenen Ländern (Transithandel).

 

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter:

Annabelle Schwan, Elena Schwan, Henning Bremer, Florian Kunkel, Lisa Wenderoth, Kurt Baldenhofer