FEUER UND EIS

NaT-Working-Projekt der Robert-Bosch-Stiftung

 

Federführende Projektleiter

Arthur Michelberger, Oberstudienrat am Gymnasium Überlingen und
Dr. Udo Neumann, Akad. Rat am Institut für Mineralogie, Petrologie und Geochemie der Universität Tübingen, in Zusammenarbeit mit:
Alfred Kemper, Gymnasium Überlingen und
Kurt Baldenhofer, Gymnasium Markdorf.

 

Projektteilnehmer

Schüler der Leistungskurse Geographie und Chemie an den Gymnasien Überlingen (ca. 10-12 Personen) und Markdorf (ca. 4-5 Personen) sowie Schüler zukünftiger Neigungskurse Geographie.

 

Stichworte

Induktives Lernen im Gelände, geowissenschaftliche Arbeitsmethoden, interdisziplinäres Arbeiten (Geographie-Geowissenschaften-Chemie-Physik-Wirtschaft), Sozialkompetenz sowie Anwendung von Informationstechnologien.

 

Ziel des Projekts

Die Schüler und Schülerinnen sollen in einem ersten Schritt induktiv im Gelände den Formenschatz einer komplex zusammengesetzten Landschaft  (hier: Hegau) in einem glazial überformten Umfeld erarbeiten und untersuchen (Arbeiten mit topographischen und geologischen Karten, Analyse geomorphologischer und vulkanologischer Strukturen, Erfassung unterschiedlicher Gesteinsarten, Probleme und Dokumentation bei der Probenahme).

In einem zweiten Schritt werden sie am mineralogischen Institut in Tübingen jene geowissenschaftlichen Methoden kennenlernen, die zur Untersuchung von Gesteinen und Mineralen notwendig sind (Präparation, Polarisationsmikroskopie, Mikroanalytik u.a.). Sie werden somit erstmals mit dem Leben und der Arbeitsweise an einem Universitätsinstitut konfrontiert. Dies soll einen späteren Kontakt zur Hochschule erleichten und Anregungen zur Berufswahl geben oder zumindest aber Interesse und Verständnis für (geo-)wissenschaftliches Arbeiten wecken.

In einem dritten Schritt werden die Schüler ihre gewonnenen Erkenntnisse in Kursen, Seminaren und Ausstellungen präsentieren sowie im Internet dokumentieren. Mit den Schülern umliegender Schulen soll eine reger Erfahrungsaustausch stattfinden, wobei die Schüler als Multiplikatoren für diese Projektziele auftreten. Das Projekt soll also den Kontakt zwischen den Kursen/Klassen und Schulen im Bereich nordwestlicher Bodensee einerseits und zwischen den Schulen und der Geowissenschaftlichen Fakultät in Tübingen andererseits initiieren und durch Folgeprojekte, Seminare, AGs etc. längerfristig ausbauen.

Avisiert wird auch eine Zusammenarbeit mit dem angekündigtem Projekt "Feuer, Eis und Wasser" der Internationalen Bodenseekonferenz IBK (Projektkoordination: Bodenseestiftung), das Anfang 2001 entwickelt werden soll.

 

Projektablauf

Auf mehreren Exkursionen in den Hegau werden die Schüler die Vielfalt der geomorphologischen Erscheinungen, der geologischen Bereiche (Vulkanite, Tuffe und glaziale Alpenschotter) und der Gesteinsarten kennenlernen. Erstes Ziel ist es, die verschiedenen Gesteine im Gelände grob zu unterscheiden, auf einer Karte zu dokumentieren und dann gezielt Proben zu nehmen.

Bereits zu Beginn des geplanten Projektes wird ein besonderer Wert gelegt auf eine enge Kooperation mit anderen Kursen und AGs (Chemie, Physik, Erdkunde, Geologie) der beteiligten Schulen und wenn möglich auch anderer Schulen der näheren Umgebung. Die Einbindung anderer Fächer soll das Spektrum der Methoden vergrößern und den Schülern die Möglichkeit des interdisziplinären Erfahrungsaustausches liefern.

So sollen – als Beispiel - in Zusammenarbeit mit anderen Klassen oder Kursen und unter Anleitung eines Chemielehrers (Alfred Kemper, Oberstudienrat am Gymnasium Überlingen) in der Schule Langzeitversuche durchgeführt werden, die den Einfluß unterschiedlicher Wässer auf diese Gesteine aufzeigen und somit chemische Prozesse bei der hiesigen Verwitterung verständlich machen sollen. Desweiteren sind eine enge Kooperation und gemeinsame Geländearbeiten/Institutsbesuche geplant mit den Schülern des Geographie-Leistungskurs des Gymnasiums in Markdorf (betreuender Lehrer: Kurt Baldenhofer), der sich schwerpunktmäßig mit der Fernerkundung der Hegauer Vulkanvorkommen und der Hegauer Landschaftsgenese beschäftigen wird.

Am Institut für Mineralogie, Petrologie und Geochemie der Universität Tübingen werden die Schüler an den ersten Schritten bei der Herstellung von Gesteins-Dünnschliffen aus den aufgesammelten Proben beteiligt sein. Nach endgültiger Fertigstellung der Dünnschliffe (also ca. 2-3 Wochen später) werden diese an das Gymnasium Überlingen geschickt, wo sie von den Schülern zuerst selbstständig mit Hilfe eines einfachen Polarisationsmikroskops ausgewertet und dokumentiert werden sollen. Die Projektleiter sind der festen Überzeugung, daß die Schüler durch die Möglichkeit des kontinuierlichen, eigenständigen Mikroskopierens in der Schule (und nicht nur zweimal im Jahr bei ihren Besuchen in Tübingen) viel stärker motiviert werden können und demzufolge ein deutlich besseres Verständnis für wissenschaftliches Arbeiten (und die projektspezielle Problematik) erlangen können. Da ein derart spezielles Mikroskop an der Schule nicht verfügbar ist, wird für dieses Projekt die Anschaffung eines einfachen Polarisationsmikroskops beantragt.

Mit den erarbeiteten einfachen Vorkenntnissen kann dann im nächsten Schritt eine eingehendere Gesteinsbestimmung und Mineralanalyse unter fachkundiger Betreuung am mineralogischen Institut durchgeführt werden, wobei auch spezielle Analyseverfahren vorgestellt und ggfs. eingesetzt werden. Parallel dazu wird den Schülern der theoretische Hintergrund zur Herkunft, Bildung und Zusammensetzung von magmatischen Gesteinen und glazialen Ablagerungen vermittelt, so daß dann – in Kombination mit den praktisch erarbeiteten Erkenntnissen - die vulkanogene und glaziale Entwicklung des Hegaus in groben Zügen rekonstruiert werden sollte.

In Hinblick auf die wirtschaftliche Nutzung von Gesteinen werden die Schüler am Institut zusätzlich Festigkeitsuntersuchungen an den vulkanischen Festgesteinen vornehmen. Sie sollen deren spezifische physikalische Eigenschaften kennenlernen und mit denen anderer Gesteine vergleichen. Zwischenzeitlich ist eine Kontaktaufnahme mit Projektgruppen im Raum Rottweil vorgesehen, um einen Erfahrungsaustausch in Hinblick auf deren geplanten Festgesteinsuntersuchungen (Gesteine des Schwarzwaldes) zu ermöglichen.

Alle gewonnenen Erkenntnisse sollen dann in der Schule selbst, an anderen Schulen im Bereich Bodensee (Vorträge, Sonderausstellungen etc.) und landesweit per Internet präsentiert und vermittelt werden.

 

Hausseite der NaT-Working-Projekte in Tübingen

http://www.uni-tuebingen.de/geo/gpi/ag-freiwald/index.html
(unter "Aktuelles")

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